Worum geht es?
Seit Menschengedenken erzählen Menschen Geschichten. Diese Geschichten
dienten zur Übermittlung von Wissen oder Erfahrungen, aber auch zur
Unterhaltung. Eine Begleiterscheinung unserer Kultur ist es, Erzählungen
aufzuschreiben, um sie so der Nachwelt besser zu erhalten.
Oftmals erschaffen Schriftsteller als Rahmen für ihre Geschichten
komplette Welten und fremdartige Wesen, die diese bevölkern.
Mal Hand aufs Herz. Wer hat sich denn nicht, in der Kindheit, in der
Jugend, beim Lesen von Romanen vorgestellt, wie es wäre, auf der jeweiligen
Welt zu leben, oder mit den Romanhelden Abenteuer zu erleben, der Romanheld
zu sein?
Eigentlich wäre es doch viel zu schade, wenn diese Welten nur für
die wenigen Erlebnisse der Romanhelden verwendet würden.
Genau hier setzt Rollenspiel an. Zu Beginn arbeiten alle Spieler eine Spielfigur für sich aus, die unter den Vorgaben einer von einem Schriftsteller beschriebenen Welt existieren könnte. Mit dieser fiktiven Person erlebt mensch nun Abenteuer, deren Rahmenbedingungen von einem Spielleiter - dem Meister - vorgeben werden. Das Spiel entsteht durch die Kommunikation mit den anderen Spielern.
Und so etwas soll Spaß machen?
Ja, im Laufe der Zeit identifiziert sich der Spieler regelrecht mit seiner Figur. D.h. der Spieler empfindet Gefühle wie Angst, Freude oder Schmerz der Spielfigur, als ob sie real vorhanden wären. Denn schließlich ist seine Spielfigur kein gesichtsloser Kegel vom "Mensch-Ärgere-Dich-Nicht". Nein, es ist eine Person mit Stärken und Schwächen, mit eigenen Wünschen und Zielen. Der Spieler spielt nicht nur ein Spiel, sondern ist ein maßgeblicher Teil des Spiels.
Und was habe ich davon?
In erster Linie dient das Rollenspiel, wie andere Spiele auch, der Entspannung, die Kraft gibt für den Alltag. Daneben geht es auch darum, bestehenden Freundschaften zu pflegen oder gar neue Freunde zu finden. Im Unterschied zu den "normalen" Spielen bietet das Rollenspiel wesentlich mehr Möglichkeiten, seine Persönlichkeit einzubringen und aktiv den Spielverlauf zu beeinflussen.
Worin bestehen denn die Unterschiede zwischen Rollenspielen und den "normalen" Spielen?
Kaum zu glauben; Freizeitgestaltung und persönliche Weiterentwicklung müssen kein Widerspruch sein! Das Rollenspiel ermöglicht beides. Unverständlich, daß der Kreis der aktiven Rollenspieler immer noch sehr klein ist.
Ich hoffe, daß es mir gelungen ist, einen kleinen Eindruck vom Rollenspiel zu vermitteln. Es gibt noch eine Reihe von Aspekten, auf die ich in der kurzen Zeit nicht eingehen konnte. Falls Interesse besteht, mehr über das Rollenspiel zu erfahren, stehe ich gerne zu Verfügung.
Nähere Informationen gibt es bei gerhard.vinson@gmx.de.