Newsletter No. 49: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 28. November 2010, 09:11 Uhr
NEWSLETTER - Ausgabe September 2007 (No. 49)
Inhaltsverzeichnis
- 1 Editorial
- 2 Termine
- 3 Geplante Anderwelt-Veranstaltungen
- 4 Stadtlauf 2007
- 5 Schmuckmesse Hanau im CPH
- 6 Rochusmarkt Großauheim
- 7 Internationale Spieletage in Essen
- 8 Anderwelt Spielewochenende in Marburg
- 9 Besuch der Games Convention 2007
- 10 Hanns kuckt in die Röhre
- 11 Hanns kuckt in die Röhre - and the winner is...
- 12 Für Euch gepielt
- 13 Pausenspiel
- 14 Das Letzte
Editorial
Hallo Anderweltler, hallo Freunde des Vereins,
Und wieder mal habt Ihr eine Ausgabe des Anderwelt Newsletter in den Händen, na ja zumindest auf eurem Bildschirm. Hoffentlich; denn leider ist es in der Vergangenheit immer wieder mal vorgekommen dass einzelne Zusendungen nicht ankamen. Das schlimme daran ist, daß wir überhaupt keine Möglichkeit haben festzustellen ob die Newsletter angekommen sind oder nicht. Ab jetzt haben wir deshalb eine Newsletter-Seite auf unserer Homepage eingerichtet. Hier stellt ihr fest welche denn die aktuelle Ausgabe des Newsletters ist und könnt ihn auch als Text-File speichern. Darüber hinaus gibt es natürlich auch die Möglichkeit sich an- oder abzumelden. Auch in dieser Ausgabe erwarten Euch wieder Termine, eine Film- und eine Spielerezension und ein Besuchsbericht der Games Convention 2007. Viel Spaß!
Euer Vorstand
Termine
Regelmäßige Termine:
- Stammtisch im Schnurstraxx, Donnerstags ab 20:00 Uhr
- Vorstandssitzung, jeweils letzter Freitag im Monat ab 20:00 Uhr. Der Veranstaltungsort wird rechtzeitig auf unserer Homepage bekanntgegeben.
Einmalig (wenn auch evtl. jährlich wiederkehrend):
| 21.09.07 | Stadtlauf 2007 |
| 21.09.07 | Schandmaul |
| 22.09.07 | Herbsttagundnachtgleiche -Dark Metal, Gothic, EBM, Black Metal usw. im Schnurstraxx |
| 28.09.07 - 30.09.07 | Rochusmarkt Großauheim |
| 29.09.07 - 30.09.07 | Schmuckmesse Hanau im CPH |
| 03.10.07 | 6. Hanauer Federweißerfest |
| 13.10.07 | Oktoberfest im Schnurstraxx |
| 16.11.07 - 18.11.07 | Anderwelt Spielewochende |
| 31.12.07 | Anderwelt Silvesterparty |
Was ist los in Hanau?
- Jeder erste Samstag im Monat Mittelalter-Rock im Schnurstraxx
Geplante Anderwelt-Veranstaltungen
In dieser Rubrik wollen wir Euch auf Veranstaltungen von Anderwelt e.V. hinweisen, die sich noch in Planung befinden und noch keinen konkreten Termin haben. Wenn ihr Ideen oder Wünsche habt, schreibt doch einfach mal an vorstand@anderwelt.net .
- Kartfahren in Frankfurt und Umgebung
- Führung durch die keltische Ausgrabungsstätte am Dünsberg
Vorstand
Stadtlauf 2007
Am 21. September 2007 veranstalten die Frauenbüros der Stadt Hanau, des Main- Kinzig-Kreises, der 1. Hanauer Lauftreff und der Sportkreis Hanau e.V. den 6. Stadtlauf in Hanau. Die Strecke beträgt 6 km durch die Innenstadt von Hanau mit flachem Rundkurs. Auch Walking ist möglich. "Stärke zeigen - Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" wird durch die Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Kreisabgeordneten André Kavai unterstützt.
Wann: 21.09.07 Wo: Innenstadt Hanau
Schmuckmesse Hanau im CPH
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums präsentiert das Deutsche Goldschmiedehaus die Ausstellung WertZeichen bis 4. Oktober 2007. Mit verschiedenen Festveranstaltungen wird am Samstag, dem 29. September Geburtstag gefeiert:
- Die Staatliche Zeichenakademie eröffnet die Ausstellung 00/07 mit Arbeiten von Studierenden der Staatlichen Zeichenakademie Hanau um 17.00 Uhr. Am Abend, um 19.00 Uhr wird ein Büffet it selbstgemachten Leckereien geboten und anschließend bis in die Nacht gefeiert.
- 29./30.September 2007 Schmuckmesse - Hanau im Congress Park Hanau Zum Festwochenende anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. veranstaltet die
Gemeinschaft eigenständiger Gold- und Silberschmiede Schmuck Werke Hanau eine Schmuckverkaufsmesse im CPH (Congress Park Hanau).
Info Austellung Zeichenakademie Wann: 29.09.07 Wo: Goldschmiedehaus Hanau Kosten: Büffet und Party 15 EUR Ausstellung kostenlos
Rochusmarkt Großauheim
Vom 28. bis 30.09. findet der jährliche Rochusmarkt in Großauheim statt. Wie immer gibt es eine Menge Programmpunkte mit Unterhaltung für Jedermann. Weitere Infos unter:
Internationale Spieletage in Essen
Auch in diesem Jahr möchten wir wieder eine Fahrt zur großen Spielemesse nach Essen organisieren. Wie immer in den letzten Jahren, ist auch dieses Jahr wieder die "Comic Action" eingeschlossen, eine große Messe zum in- und ausländischen Comic-Markt.
Wenn ihr Interesse habt, nehmt bitte auch dazu am Thread in unserem Forum teil.
Was: Internationale Spieletage Wo: Messe Essen Wann: 18.10 - 21.10.
Info: [ttp://www.internationalespieltage.de/] [1]
Anderwelt Spielewochenende in Marburg
Wann:Von Freitag, 16.11.2007 bis Sonntag, den 18.11.2007
Wo: Die sog. Steinkautenhütte in 35041 Marburg, Stadtteil Marbach
Unkostenbeitrag: Es wird ein Unkostenbeitrag erhoben, der sich etwa bei 25 EUR für Mitglieder und 35 EUR für Nichtmitglieder bewegen wird.
Plätze: Es gibt 22 Plätze, wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Die ersten zwölf Anmeldungen liegen schon vor.
Anmeldung: Persönlich Donnerstags im Schnurstraxx, oder per Mail beim Vorstand
Wir fahren nach langer Zeit wieder einmal fort, um uns hinzusetzen, Rollenspiel zu spielen, uns bekochen zu lassen, und uns einfach wohlzufühlen. Wer statt Tischrollenspiel lieber ein Brett- oder Kartenspiel spielen oder sich einfach nur unterhalten will, soll dies ruhig tun! Am Freitag zur Mittagszeit wollen wir uns einfinden, am Sonntag geht es - nach einem ordentlichen Frühstück und dem obligatorischen Aufräumen -wieder Richtung Heimat.
Vorstand
Besuch der Games Convention 2007
Während vielen Politiker, Eltern und Lehrern kalte Schauer über den Rücken jagen, beginnen Menschen aller Altersklassen zu schwärmen, wenn man das Thema auf Video- und Computerspiele lenkt. Und nun war es wieder einmal so weit: Die Leipziger Games Convention 2007 stand vor der Tür. Zwei unternehmungslustige und begeisterungsfähige Spieler machten sich auf den Weg, um die Hallen der Aussteller selbst zu erkunden und zu sehen, was die Spielehersteller der Gemeinde so an Neuigkeiten bieten würden.
Wenn man sich im Vorfeld informiert hatte, was bei den Entwicklern so alles in den Startlöchern stand, konnte man sich ausmalen, dass die diesjährige GC ein Festival für Rollenspiele (On- wie Offline) sein würde. Und wenn schon im letzten Jahr die Messe sich nicht über Besuchermangel zu beschweren brauchte, legte sie in diesem Jahr noch zu.
Lest den vollständingen Arktikel auf: [2]
Hanns kuckt in die Röhre
Unleashed
Danny (Jet Li) ist ein Hund. Sein Herr ist Bart (Bob Hoskins), der den Chinesen von klein auf zur Kampfmaschine gedrillt und ihn durch den Entzug jeglicher menschlicher Zuwendung in ein autistisches Wrack verwandelt hat. Danny spricht nicht. Er zeigt keine Emotionen. Er hat keinen eigenen Willen. Er ist völlig antriebslos. Nur wenn der Gangsterboss, der sich zynischerweise als Dannys Onkel bezeichnet, ihm sein Hundehalsband abnimmt und ihm den Tötungsbefehl gibt, wird Danny aktiv und geht mit unmenschlicher Härte gegen sein Ziel vor. Bis er den Befehl zum Aufhören bekommt, das Halsband wieder angelegt wird und er in seiner Lethargie versinkt.
- Achtung! In den nächsten 6 Absätzen wird eingehend die Handlung des Films beschrieben - Anm. der Red. -
Wenn er nicht gebraucht wird, um säumige Schuldner oder Konkurrenten zur Räson zu bringen, verbringt Danny sein Leben in einer Art Zwinger. Seine Beschäftigung mit einem Teddybären und einem Bilderbuch lassen vermuten, dass doch noch menschliche Regungen in ihm schlummern. Bart lässt seinen Hund an einem Kampf auf Leben und Tod teilnehmen, den einer seiner Geschäftspartner zum Amüsement reicher Perverser organisiert. Nach etwa 30 Sekunden ist Danny der neue Champion - das nächste Mal soll er den Kampf "unterhaltsamer" gestalten. Danny funktioniert wie eine Maschine, bis er beim Einsatz in einem Antiquitätenlager den blinden Klavierstimmer Sam (Morgan Freeman) trifft. Dieser behandelt ihn mit Menschlichkeit, geht auf ihn ein und bittet ihn, beim Stimmen eines Klaviers zu helfen. Der echte menschliche Kontakt und die Erfahrung der Musik, für die Danny eine aus einer vergessenen Vergangenheit stammende Faszination zu haben scheint, lassen etwas in ihm aufbrechen. Als Bart ihn fragt, was er möchte, verlangt er ein Klavier. Bart lacht ihn daraufhin aus - die Vorstellung ist für ihn absurd, was sollte ein Hund auch mit einem Klavier?
Bevor sich ein Konflikt entwickeln kann, gerät der Wagen des Gangsterbosses in einen Hinterhalt. Danny überlebt schwer verletzt und schleppt sich zu dem einzigen Menschen, von dem er Hilfe erwarten kann - Sam. Dieser nimmt ihn mit nach Hause und pflegt ihn gesund. Als Danny das Bewusstsein wiedererlangt, reagiert er zunächst mit panischer Angst auf die unbekannte Umgebung und Sams 18-jährige Stieftochter Victoria (Kerry Condon) - und wie das Kind, das er noch immer ist, versteckt er sich erstmal unterm Bett. Nach und nach lernt er zu erkennen, dass Sam und Victoria ihn als etwas annehmen, das er vergessen hatte zu sein, als Menschen. Mit unendlicher Geduld, einfühlsam und liebevoll zeigen sie ihm die banalsten Alltagsdinge, die ihm bisher vorborgen waren - wie man mit einem Löffel isst, was Eiscreme ist, wie man lacht. Sam bringt ihm die Sinnlichkeit von Lebensmitteln nahe und Victoria lehrt ihn Klavier zu spielen. Er lernt, dass das Leben viel mehr zu bieten hat als das Kämpfen, den blinden Gehorsam seinem Herrn gegenüber und seinen Zwinger. Dabei zeigt sich, dass die Gewalt eben nicht in Dannys Natur liegt. Als Victoria ihm das Halsband abnehmen will, hat er furchtbare Angst, weil er darauf konditioniert ist, dass damit der Tötungsbefehl einhergeht. Doch er will seiner neuen Familie nicht wehtun. Als das Halsband schließlich abgenommen wird, zeigt sich, dass es ihn nicht mehr beherrscht.
Als Danny zufällig einem von Barts Schlägern über den Weg läuft, stellt sich heraus, dass dieser den Anschlag ebenfalls überlebt hat. Er zwingt Danny durch Drohungen gegen seine neue Familie wieder in seinen Dienst. Als Danny wieder an dem Kampfspektakel teilnehmen muss, weigert er sich zu töten. Er versucht, sich den Gegner vom Leib zu halten, und erst, als vier Kämpfer auf einmal mit archaischen Waffen auf ihn losgehen, kommt er nicht mehr umhin, sie kampfunfähig zu schlagen. Bart ist außer sich vor Wut, dass Danny das Töten verweigert. Er versucht ihm einzureden, dass dies seine Bestimmung ist, und erzählt ihm Lügen über seine Mutter.
Schließlich wendet sich Danny bewusst von Bart ab. Er verursacht einen Autounfall und kann entkommen. Sam und Victoria helfen ihm, seine Vergangenheit zu recherchieren. Dannys Mutter war nicht, wie Bart behauptet hatte, eine Prostituierte, sondern eine talentierte Pianistin, die der Gangsterboss selbst ermordet hatte. Durch ein Musikstück, das seine Mutter ihm damals vorgespielt hatte, kommen seine Erinnerungen an dieses Trauma wieder an die Oberfläche.
Als kurz darauf Barts Männer das Haus stürmen, versteckt Danny Sam und Victoria im Wandschrank, so wie damals seine Mutter ihn, und nimmt den Kampf auf, um seine Familie zu schützen. Nachdem er sich gegen die Übermacht durchgesetzt hat, steht Danny schließlich seinem vermeintlichen Onkel gegenüber. Bart glaubt noch immer, Danny unter seinen Willen zwingen zu können. Er versucht ihm einzureden, dass Töten das einzige sei, was Danny könne, und dass alles, was über die sichere und unkomplizierte Existenz eines Hundes hinausgehe, ihn überfordern würde. Doch Danny hat nun seinen eigenen Willen. Er besiegt den Mörder seiner Mutter - und erringt schließlich auch den moralischen Sieg über seine Konditionierung, indem er Bart eben nicht umbringt, selbst als dieser ihn dazu auffordert.
In der letzten Szene wohnen Sam und Danny einem Klavierkonzert bei, das Victoria gibt. Sie widmet Danny das Stück, das sie nun spielen wird. Als die Musik erklingt, läuft ihm eine Träne über die Wange. Danny hat endgültig seine Menschlichkeit wiedererlangt.
Regisseur Louis Leterrier und Luc Besson, der für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, ist mit Unleashed ein Film gelungen, der das Kunststück fertig bringt, atemberaubende Kampfszenen mit einer sensiblen und außergewöhnlichen Geschichte zu verbinden. Auf der einen Seite stehen die Grausamkeit, die Menschen in der Lage sind, einander anzutun, und der Schaden, den eine unmenschliche Behandlung vor allem bei Kindern anrichten kann. Auf der anderen Seite der unschätzbare Wert von Liebe und Menschlichkeit, die in der Lage sind, eine traumatisierte Seele zu heilen.
Interessant ist dabei, dass die Farbe Weiß in diesem Film das Böse charakterisiert - Bart trägt stets einen weißen Anzug, fährt einen weißen Mercedes, und auch sein gefährlichster Handlanger ist in weiß gekleidet. Möglicherweise ist dies ein Hinweis darauf, dass die Grenze zwischen gut und böse im richtigen Leben nicht so einfach zu ziehen ist wie im Film. Darin liegt der Aufruf an jeden Einzelnen von uns, uns nicht selbstverständlich als "einen der Guten" zu betrachten, sondern die eigene Menschlichkeit immer wieder einer kritischen Reflexion zu unterziehen.
Dass gerade die Bösen in strahlendem Weiß erscheinen, hat aber auch damit zu tun, dass diese sich absolut im Recht sehen. Bart ist ein egomanischer Nihilist, der niemals auf den Gedanken käme, dass er einem Menschen, den er zu einem Hund gemacht hat, damit geschadet hätte. Im Gegenteil glaubt er, Danny das einzige Leben zu ermöglichen, das für ihn gut und geeignet sei. Ganz abgesehen davon, dass Bart überzeugt davon ist, über andere Menschen herrschen zu dürfen. Doch wenn er darauf beharrt, dass Danny das nicht transzendieren könne, was Bart aus ihm gemacht hat, übersieht er seine eigene Gefangenheit. Die Bestimmung zur Gewalt, die Bart Danny versucht aufzunötigen, ist letztendlich seine eigene. Dies wird deutlich, als Bart nach dem Anschlag auf sein Leben wegen einer Halsverletzung eine Halskrause tragen muss, analog zu Dannys Hundehalsband. Bevor er sich im Showdown selber in den Kampf stürzt, nimmt er zunächst die Halskrause ab - so wie er es zuvor immer mit Dannys Halsband getan hat.
Ein weiteres Hauptthema des Films ist der freie Wille. Dieser ist eines der wertvollsten Güter des Menschen, da er ihn erst zu einem Individuum macht, das in der Lage ist, sich selbst zu entfalten und zu verwirklichen. Umso schrecklicher das Verbrechen, den Willen eines Menschen zu brechen. Diese Überlegung hat ganz konkret Auswirkungen auf die Frage, wie man Kinder erziehen sollte. Sie erinnert in einem größeren Maßstab aber auch daran, welches Grauen entstehen kann, wenn es einem Regime gelingt, auf breiter Front den Willen seiner Bürger zu beeinflussen oder zu brechen - der damals übliche "Kasernenhofdrill", mit dem systematisch der Willen ganzer Generationen von Kindern gebrochen wurde, war sicherlich eine wichtige Voraussetzung für die Schrecken des dritten Reiches. In der Figur des Gehirnwäschers Bart verdichtet sich also die einfache Botschaft an den Zuschauer: Glaubt nicht unhinterfragt, wenn euch jemand sagt, was ihr wollt, was ihr könnt, oder wozu ihr bestimmt seid! Wehret den Anfängen!
Glücklicherweise kann der Regisseur auf ein hervorragendes Ensemble bauen, um diese Geschichte mit glaubhaften Charakteren zu bevölkern. Bob Hoskins gibt ein soziopathisches Ekel erster Güte, das sich auch mal halbgebildet über Freuds Traumdeutung auslässt. Morgan Freemans Rolle des gütigen, väterlichen Freunds und Mentors ist zwar Standard für ihn, doch es gelingt ihm, die Figur glaubhaft darzustellen - man muss ihn einfach gern haben! Eine ausgezeichnete Leistung zeigt auch die junge Kerry Condon, die Sams Tochter Victoria als sensiblen, warmherzigen und etwas unsicheren Teenager mit einem Hang zu unkontrollierbaren Wortschwällen interpretiert. Doch wirklich überrascht hat mich Jet Li, dessen schauspielerisches Talent ich bis dato unterschätzt hatte. Grandios spielt er die Verwirrung des emotional deprivierten Danny im ersten Teil des Films, der in einer Welt lebt, die er nicht versteht, und die ihm Angst macht. Dies kombiniert er mit einem diffusen Leiden, das seine Figur unterschwellig ausstrahlt. Und als Danny schließlich nach und nach von seiner neuen Familie "therapiert" wird, stellt Li völlig glaubwürdig die kindliche Überraschung und Freude dar, mit der der Charakter auf seine neuen Erfahrungen reagiert. Erwähnt werden sollten auch noch Barts zwei Lieblingshandlanger, deren Dialoge auch mal für komische Einlagen sorgen.
Auch handwerklich gibt es an Unleashed nichts auszusetzen. Er ist gut gefilmt und besticht visuell vor allem durch die sehr unterschiedliche Darstellung zweier Welten. Die Welt von Bart und seinen Gangstern ist hart und kalt. Ob düster und chaotisch wie das Lagerhaus, in dem Danny eingesperrt ist, oder in grellem Licht und steril wie die Kampfarena (auch hier wieder die Farbe Weiß), es ist eine Welt, in der man sich nicht wohl fühlen kann, mit einer Atmosphäre von Bedrohung und Zerfall. Im Gegensatz dazu wird die Welt von Sam und Victoria durch warme Farben gekennzeichnet, durch gedämpftes, angenehmes Licht, durch weiche und organische Materialien (Holz und Stoff statt Metallgitter und blankem Beton) - durch die Schönheit und Harmonie von Dingen und Atmosphäre. Natürlich wird diese Dualität auch durch die Musik unterstrichen (die Filmmusik stammt übrigens von Massive Attack) - den harten und hektischen Klängen der Gewalt steht die zarte und harmonische Klaviermusik in der Welt von Dannys Rettern gegenüber.
Bleiben noch die furiosen Actionszenen zu erwähnen, in denen Danny unbewaffnet gegen meist in großer Überzahl auftretende Gegner, oftmals mit allerlei exotischen Waffen bestückt, antritt. Er springt, wirbelt und wütet wie der fleischgewordene Yoda - dabei bleibt alles realistisch, also kein Herumfliegen oder ähnliches. Die Martial Arts-Szenen wurden meisterhaft choreographiert von Yuen Wo Ping, der schon für die Matrix-Filme und Tiger & Dragon Fäuste und Schwerter wirbeln ließ. Das schöne daran ist, dass die Choreographie an keinen dieser Filme erinnert - Danny hat seinen ganz eigenen Kampfstil: Roh, schmutzig und sehr effektiv.
Unleashed ist ein Film mit hohem Anspruch, mit einer Botschaft der Menschlichkeit, und wird doch keinen Moment langweilig. Dafür sorgen nicht nur die spannenden und visuell fantastisch in Szene gesetzten Actionsequenzen, sondern vor allem auch eine durchdachte Story, gut ausgearbeitete Figuren, hervorragende Schauspieler und eine dichte Atmosphäre, geboren aus eindrucksvollen Bildern und stimmiger Musik. Ich bin begeistert!
In diesem Sinne,
"Dames. Sometimes all they gotta do is let it out. And a few buckets later, there´s no way you´d know."
Euer Movie-Hanns
Hanns kuckt in die Röhre - and the winner is...
Auch das Filmzitat der August-Ausgabe des Newsletters wurde von mehreren Lesern richtig erkannt, so mußte auch in diesem Monat per Los entschieden werden.
Und der Gewinner ist...
Jens Bergmann!
Herzlichen Glückwunsch!
Für alle die die Lösung nicht kennen, das Zitat der letzten Ausgabe stammt aus dem Film "Pulp Fiction".
Vorstand
Für Euch gepielt
Caylus - Magna Carta (Ystari)
Gerhard
Pausenspiel
Dieses mal erwartet Euch ein simples Jump & Run-Spiel in 2D(!) bei dem ihr einfach nur alles abschießen müßt...Also so richtig Vintage. Viel Spaß!
Das Letzte
Hier könnt ihr mal sehen was man so alles mit einem Mixer klein bekommt...
Bis demnächst,
Eurer Vorstand