Newsletter No. 64

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NEWSLETTER - Ausgabe September 2009 (No. 64)

Editorial

Hallo Anderweltler, hallo Freunde des Vereins,

mit dem Herbst kommt die Spielemesse und mit ihr natürlich viele neue Brettspiele. Der Verein fährt wie immer mit einer Delegation nach Essen zur "Spiel 2009". Und wer noch mit möchte meldet sich im Forum. Oder wir sehen uns mal wieder am Stammtisch immer donnerstags. Gerne auch am Dienstag, den 08. zum Lese-Cafe oder vielleicht am 20.09. zum Klettern oder...

Eure Newsredaktion

Termine

Regelmäßige Termine:

  • Leseratten und Schreiberlinge, 2. Dienstag/Monat ab 19:00 Uhr
  • Stammtisch im Brückenkopf, Donnerstags ab 20:00 Uhr
  • Vorstandssitzung, jeweils letzter Freitag im Monat ab 20:00 Uhr

Einmalig (wenn auch evtl. jährlich wiederkehrend):

04.-06.09.09 Bürgerfest 2009 in Hanau am Mainufer/Kesselstadt

Sa. 12.09.09 Jazzkeller Hanau - live: Jaccid

Do. 24.09.09 Bistro Tangente, Gelnhausen - Live: Krabat

Fr. 25.09.09 Irish-Pub Hanau - live: Lentil Dish

Do. 01.10.09 Im Clubkeller, FFM - live: Jaccid

22.-25.10.09 Internationalen Spieltage SPIEL '09 mit COMIC ACTION in Essen

Do. 23.10.09 im Kulturkeller Fulda - Live: Krabat

Geplante Anderwelt-Veranstaltungen

So. 20.09.2009 Klettern in der Fasanerie (Punkt 6)

22.-23.10.2009 Besuch der Spielemesse "Spiel 2009" in Essen

02.04.-05.04.10 Andertours an Ostern 2010 (Infos im nächsten Newsletter)

Leseratten und Schreiberlinge

An unserem letzten Lesestammtisch wurden mehrere Themen für die nächsten Lesetreffs vorgeschlagen. Am 08.09.2009 stehen nun "Geheimnisse" auf dem Programm. Das dürfen eigene oder gefundene, wahre oder erfundene sein. Ob gereimt, aufgeschrieben oder erzählt... lasst uns teilhaben an euren Geheimnissen.

Wir treffen uns wie gehabt im Brückenkopf um 19 Uhr und freuen uns auf Euch

Waldfee

Für Euch besucht - Das Anderwelt-Sommerfest

Es war einmal eine Gruppe von Spielern. Sie waren es müde alleine zu spielen und gründeten einen Verein. Hier wollten sie gemeinsam spielen und auch anderen das spielen (wieder) näher bringen. Aber weil spielen allein nicht alles ist, trafen sie sich jedes Jahr im Sommer um gemeinsam ein Fest zu feiern. So ging das einige Jahre bis dann eine Waldfee kam…

… sie wirbelt ein paar male mit ihrem Charmezauberstab umher und (nach schweißtreibender Arbeit vieler Helfer und manch einem verbalen Schlagabtausch) wird am 15.08.2009 das 10. Sommerfest gefeiert.

Es wird Bier vom Fass gezapft, Wurst gegrillt, Pommes frittiert und Cocktails finden gutgelaunte Abnehmer unter den Mitgliedern und den inzwischen auch immer wieder zahlreich erscheinenden Freunden und Bekannten des Vereins. Um Mitternacht wird bei einem Gläschen Sekt auf den 10. Geburtstag des Anderwelt e.V. angestoßen und bei gewohnt guter Musik rockt der harte Kern sogar bis 7 Uhr morgens. Da werden neue Bekanntschaften gemacht, alte aufgefrischt und ein paar Lebensweisheiten gefunden. So weiß man spätestens nun: eine gute Cola braucht 7 Minuten!

Und weils so schön war hat die Waldfee früh morgens noch ein Ständchen gesungen.

Wen wundert es da, dass es sogar schon Platzreservierungen fürs nächste Jahr gibt. Denn nach dem Fest ist vor dem Fest…

Euer Vorstand

Anderwelt-Klettern am 20.09.2009

Der Sommer neigt sich dem Ende zu und die Tage werden wieder kürzer. Es ist also höchste Zeit unser lang geplantes Event zu veranstalten:

Die Anderwelt Klettertour

am Sonntag, den 20. September um 14 Uhr, Dauer ca. 3 Stunden

im Kletterpark der alten Fasanerie (Treffpunkt am Eingang Fasanerie)

Kosten: 4 EUR (2€ erm.) Eintritt Wildpark, 18EUR (15€ erm.) Kletterpark.

Hast du Lust Verrückten zuzusehen, wie Sie sich durch die Baumkronen schwingen oder willst sogar selbst in den Baumkronen aktiv werden? Dann ist unser Event genau das richtige für dich. Auf einer natürlichen Anlage im Rhein-Main-Gebiet erleben Wir Spaß und Action pur. Und zwar vollkommen sicher zwischen lebenden Bäumen in freier Natur!

Der Waldseilpark Hanau im Wildpark "Alte Fasanerie" (www.waldseilpark-hanau.de) bietet uns eine vollkommen neue Naturerfahrung durch das sichere Hangeln, Balancieren und Schwingen von Baum zu Baum. Stahlseile, Klettergurt und Helm dienen Uns als Sicherung. Wir wählen den Schwierigkeitsgrad, der zu uns passt und erleben eine neue Erfahrung - und dies mit nur leichter körperlicher Anstrengung..

Eure Anmeldung sendet bitte am Besten an vorstand@anderwelt.net

Anderwelt auf der Spielemesse in Essen

Wie jedes Jahr macht sich eine Delegation von Anderweltlern auf nach Essen um die nternationalen Spieltage SPIEL '09 mit COMIC ACTION am 23.und 24. Oktober 2009 zu besuchen.

In der bewährten und beliebten Unterkunft für Messe-Besuche in Essen sind zurzeit 4 2-Bett-Zimmer gebucht. Das Frühstücksbuffet am Freitag ist inklusive.

Der Unkostenbeitrag von 130 € für die Fahrt nach Essen inklusive Eintritt (an Donnerstag und Freitag) und der Übernachtung mit Frühstücksbuffet von Donnerstag auf Freitag wird von uns (Nicole Eckes oder Hanns Liebert) bis zum 01.10.09 (Stammtisch) persönlich angenommen oder kann aufs Vereinskonto (Name nicht vergessen) überwiesen werden.

Wer also mit fahren will schreibt bitte an

vorstand@anderwelt.net

wir setzten Euch auf die Liste und wer zuerst kommt...

Nun, wir sind schon gut besetzt, meldet Euch frühzeitig, vielleicht buchen wir noch einfach noch 1 Zimmer!

Am Donnerstag Abend gehen wir nach der Messe gemeinsam Essen. Nehmt also bisschen Kleingeld mit :-)

Viel Spaß auf der Messe

Euer Vorstand

Fressen und Saufen mit dem Fuddelvolker - sorgfältig und gewissenhaft für Euch vorgekostet…

…Und da bin ich wieder!

Heute: Das Cafe/Restaurant/Bar Garten Eden in Maintal Dörnigheim. Türkisch oder Deutsch gut bürgerlich - oder kann man beides hervorragend kombinieren (die gute noch nicht ganz so alte Multi-Kulti-Idee in der modernen Gastronomie)?

Mit dieser weltpolitisch schwerwiegenden Frage hatte sich Euer ergebener Rezensent vor kurzem auseinanderzusetzen.…

Das Ergebnis: Ja, es ist möglich.

Der Service dort ist zuvorkommend und professionell, die Inneneinrichtung ist sehr schön, mit Palmen und anderen exotischen Pflanzen im mediterranen Biergarten und einer sehr geschmackvollen, modernen Innenarchitektur im geräumigen Restaurant (auch mediterraner Touch). Das Essen: Türkische Küche klassisch (Döner gibt’s da nich), also Lamm, Hühnerspieße, Köfte in verschiedenen Variationen, Pizza, Pasta und viele Salatvarianten. Darüber hinaus aber eben auch Rumpsteak, Schnitzel und Cordon Bleu (von der Sau, also nix mit helal!).

Euer ergebener Rezensent hat inzwischen diese Lokalität schon mehrmals aufgesucht, und diverse Gerichte (Pizza, Schnitzel, Lamm-Kebab, Köfte im Tontopf mit Käse überbacken, Cordon Bleu) selbst gekostet und muss sagen, dass er noch nie enttäuscht wurde. Sie haben alles auf sehr hohem Level gut drauf. Mein Favorit ist der Chef-Kebab, Lammspieß mit Schafskäse, Knobi-Sauce und Salat. Preislich nicht ganz billig, aber immer noch moderat. Ebenso kann man dort sehr schön auch nachmittags Kaffee trinken, so gibt es auch eine hervorragende Kuchen- und Torten-Auswahl. Ebenso eine schöne Cocktail-Karte mit Happy Hour ab 21 Uhr (die Empfehlung Eures Rezensenten: Mai Tai).

Das Garten Eden befindet sich in der Zeppelinstr., in Maintal, am Opel-Kreisel links in die Zeppelin-Str einbiegen, so nach 2-300 m auf der linken Seite.

Das wars, bis zum nächsten Ma(h)l,

Euer ergebener Vorkoster Fuddelvolker

Eilmeldung

Für all diejenigen, die wissen wollen, was es mit meinem Spitznamen Fuddelvolker auf sich hat: Ich spiele am Freitag, den 25.09.09 im Irish-Pub Hanau mit (und natürlich in) meiner Band Lentil Dish. Eintritt 5 Euro, Rock-Klassiker satt und evtl. die o.g. Erkenntnis... check it out unter [www.lentil-dish.de www.lentil-dish.de] und www.irishpub-hanau.de

Hanns guckt in die Röhre

Medium – Nichts bleibt verborgen

Eine Frau mit übersinnlichen Fähigkeiten hat Visionen von schrecklichen Verbrechen und nutzt ihre Kräfte, um das Gesetz bei deren Aufklärung zu unterstützen. Alles schon mal gesehen? Zugegeben, aber dennoch ist es irgendjemandem gelungen, daraus eine hervorragende Fernsehserie zu machen, die inzwischen in die 6. Staffel geht.

Liebe Leser, heute möchte ich mal vom Standardprozedere abweichen, und statt eines Films eine Fernsehserie in das Zentrum eurer Aufmerksamkeit rücken. Also, ohne weitere Vorrede…

Die Hauptfigur von „Medium – Nichts bleibt verborgen“, Allison Dubois, ist, wer hätte das gedacht, ein Medium. Nun ist Allison aber keine der Kopftuch tragenden Klischeezigeunerinnen, die in Glaskugeln stieren und mit älteren Damen in abgedunkelten Kaminzimmern Seancen abhalten. Es macht einen Teil des Reizes der Serie aus, dass Allison Dubois bis auf ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten eine ganz normale Frau ist – Mutter von drei Kindern, verheiratet mit dem „Raketenwissenschaftler“ Joe, seit Jahren nur noch als Hausfrau tätig. Als die Serie beginnt, überlegt Allison, ihr niemals beendetes Jurastudium wieder aufzunehmen, und absolviert im Zuge dessen ein Praktikum bei der Staatsanwaltschaft von Phoenix. Als Staatsanwalt Manuel Devalos auf ihre Fähigkeiten aufmerksam wird, erkennt er deren Wert, und bietet Allison eine inoffizielle Beratertätigkeit an. In Verlauf der Serie arbeitet sie mit Devalos und dem Detective Lee Scanlon zusammen, um Mordfälle und andere schwere Verbrechen aufzuklären. Dies ist allerdings nicht immer so einfach wie es sich zunächst anhört, da sich Allisons Fähigkeiten nicht bewusst steuern lassen und ihre Visionen oft unklarer und verschlüsselter Natur sind.

Allison Dubois vereinigt eigentlich drei Fähigkeiten der außersinnlichen Wahrnehmung in sich. Zum einen sieht sie tote Menschen, und kann mit ihnen sprechen – was die Toten nur allzu gern in Anspruch nehmen. Zum anderen ist sie in der Lage, Gefühle und Ereignisse zu spüren, die eine Art spirituellen Abdruck auf Gegenständen hinterlassen haben. Und zu guter Letzt hat Allison regelmäßig visionäre Träume, die ihr zukünftige oder weit entfernte Ereignisse zeigen. Vor allem diese Träume werden in der Serie gerne und geschickt als Aufhänger für einen neuen Fall genutzt. Jede Folge beginnt mit einer Szene, die der Zuschauer zunächst nicht einordnen kann, und die sich zu einem beängstigenden oder erschreckenden Höhepunkt entwickelt. Dann fährt Allsion aus dem Schlaf hoch.

Die Traumsequenzen sind manchmal wie normale Filmszenen, oft allerdings auch metaphorisch verzerrt oder einem bestimmten Genre entlehnt. So beginnt eine Folge mit Allison, die im Rotkäppchenkostüm vor einem Wolf durch den verschneiten Wald flüchtet, eine andere mit einer schwarzweißen Stummfilmszene, die die momentane Familiensituation der Dubois’ thematisiert. Ein Traum kommt in Gestalt eines Musikvideos daher, ein anderer wie ein Trailer für einen Katastrophenfilm, komplett mit reißerischen Titeln, die auf den Zuschauer zurasen. Dann wieder erscheinen Allison und ihre Familie als Puppen. Die Träume bieten den Machern der Serie die Möglichkeit, den Zuschauer immer wieder zu überraschen und Ausflüge in surreale und absurde Sphären zu machen.

Die Fälle, in die Allison verwickelt wird, sind häufig Mordfälle, wobei aber kein zu starker Fokus auf Serienmörder gelegt wird. Entführungen und Vermisstenfälle kommen ebenfalls häufig vor. Der Weg zur Lösung eines Falles ist bei „Medium“ meist nicht linear, was vor allem dadurch begünstigt wird, dass Allison ihre Träume, die oft verschlüsselt sind oder nur eine bestimmte Perspektive oder einen Ausschnitt eines Geschehens zeigen, anfangs häufig missdeutet. Dadurch wird der Zuschauer immer wieder auf falsche Fährten gelockt, was die Sache natürlich noch spannender macht. Plottwists sind bei dieser Serie an der Tagesordnung, und ein Fall, in dem das vermeintliche Opfer sich als der eigentliche Täter herausstellt, gehört dabei noch zu den weniger spektakulären.

Allerdings ist „Medium“ keine der Serien, die Dienst nach Vorschrift machen, d.h. die jede Woche brav einen Fall nach dem anderen abhandeln, ohne das Grundkonzept zu hinterfragen. „Medium“ spielt gerne mit der Prämisse „Mensch mit übersinnlichen Fähigkeiten“. Dies kommt vor allem darin zum Ausdruck, dass immer wieder thematisiert wird, wie sich diese Fähigkeiten auf das Leben der betroffenen Personen auswirken. Dass Ehemann Joe immer wieder nachts aus dem Schlaf gerissen wird, wenn Allison nach einem Visionstraum schreiend aufwacht, ist nur eine kleinere Unannehmlichkeit. Auch dass Joes verstorbener Vater Allison immer wieder aufsucht, um ihr Vorwürfe zu machen, ist mehr irritierend als erschreckend. Aber sowohl Allison, als auch ihr Halbbruder Michael, der ähnliche Fähigkeiten wie sie hat, hatten phasenweise Alkoholprobleme, weil sie den Ansturm der Toten, deren einzige Ansprechpartner sie waren, und die Visionen von schrecklichen und grausamen Dingen durch Trinken auszublenden versucht hatten. Wenn Allison ein Krankenhaus betritt, tut sie das nur mit einem voll aufgedrehten Walkman auf den Ohren, um sich von den Geistern der kürzlich Verstorbenen ablenken zu können, die wie ein Heuschreckenschwarm über sie herfallen.

Eine ganz andere Ebene des Schreckens ergreift Joe und Allison, als ihnen bewusst wird, dass die Fähigkeiten scheinbar an ihre Kinder vererbt wurden. Ihre Tochter im Teenageralter, Ariel, hat ebenfalls visionäre Träume, während denen sie schon mal mit ansehen muss, wie Mädchen in ihrem Alter getötet oder missbraucht werden. Bridgette, die die Grundschule besucht, scheint sich einen imaginären Freund erschaffen zu haben, bis klar wird, dass es sich um den Geist eines toten Jungen handelt. Und selbst die kleine Marie, die noch kaum sprechen kann, sieht im Fernsehen am liebsten den Kanal mit dem weißen Rauschen, weil dort im Pay-TV eine lustige Kindersendung läuft… Eine weitere Storyline befasst sich mit dem Problem, dass Allisons Kräfte an die Öffentlichkeit gezerrt werden, wodurch auch die Staatsanwaltschaft unter Beschuss gerät und sie ihren Job verliert.

Daran kann man erkennen, dass sich die Serie bemüht, Allisons fantastische Fähigkeiten in einen realen Kontext zu setzten, was gut gelingt und wodurch „Medium“ nicht abgehoben, unrealistisch oder klischeehaft wirkt. Diesem Zweck dient vor allem das Familienleben der Dubois’ mit den Alltagsproblemen von Joe und den Kindern, das in jeder Folge genügend Raum hat. Der sensible und sympathische Joe ist dabei ein guter Gegenpart zu der oft etwas resoluten Allison, und es gelingt ihm, seine Frau mit ihrer ungewöhnlichen Arbeit und ihren bedrückenden Fähigkeiten zu „erden“. Ihm und den Kindern kommt darüber hinaus die Funktion zu, der Serie einen gewissen Humor zu verleihen, der aber nicht überstrapaziert wird.

Der Realitätsbezug wird aber auch an anderer Stelle deutlich. So wird Joe z.B. in einer Folge zusammen mit Arbeitskollegen von einem ehemaligen Mitarbeiter als Geisel genommen. Während viele andere Serien nach der Rettung des Bedrohten zur Tagesordnung übergegangen wären, beschäftigt sich „Medium“ in den nächsten zwei/drei Folgen mit dem Trauma, das Joe bei dieser Erfahrung erlitten hat, und das erst langsam zu Tage tritt. Für mich wird darin deutlich, dass hier versucht wird, intelligente Unterhaltung zu bieten, mit Figuren, die als echte Menschen ernst genommen werden können.

Von der inhaltlichen Ebene abgesehen ist „Medium“ auch handwerklich gut gemacht. Die Darsteller sind überzeugend und sympathisch, allen voran natürlich Patricia Arquette als Allison Dubois – die nicht unerfolgreiche Hollywoodschauspielerin war zu sehen in Filmen wie Martin Scorseses „Bringing Out The Dead“, „Stigmata“, „Freeze“ (dem amerikanischen Remake des dänischen Thriller-Klassikers „Nightwatch“), „True Romance“, Tim Burtons „Ed Wood“ und nicht zuletzt David Lynchs „Lost Highway“. Arquette gelingt es, die verschiedenen Aspekte der Allison Dubois zu einem organischen Ganzen zu verschmelzen – die liebevolle Mutter, die ihrem Mann gegenüber oft ruppige Ehefrau, die leicht unsichere, lange aus dem Berufsleben abwesende Hausfrau, und natürlich das übersinnliche Medium. Unterstützt wird sie dabei von einer Riege weniger bekannter aber ebenfalls guter Darsteller. Jake Weber („Wendigo“, Remake von „Dawn Of The Dead“) stellt seine Rolle als Joe Dubois sehr überzeugend und liebenswert dar. Zu erwähnen wären noch Miguel Sandoval als Staatsanwalt Devalos, David Cubitt als Detective Scanlon sowie Sofia Vassilieva als Ariel und Maria Lark als (sehr witzige!) Bridgette. Zu den Gaststars, die im Laufe der Serie auftraten, gehören Miguel Ferrer („Twin Peaks“), Kurtwood Smith, Anjelica Huston („Die Addams Family“, „Die Royal Tenenbaums“) und Neve Campbell („Scream 1-3“, „Wild Things“, „Der Hexenclub“).

Doch einen kleinen Wermutstropfen gibt es (aber irgendwas ist ja immer!). Es gibt Momente bei „Medium“, da kommt man nicht umhin zu bemerken, dass die Serie eine Pro-Todesstrafe-Einstellung vertritt. Dies erscheint im Kontext der Handlung als nachvollziehbar – immerhin arbeitet Allison für den Staatsanwalt von Phoenix in Arizona, einem Staat, in dem die Todesstrafe noch vollstreckt wird. Andererseits hätte man die Serie natürlich auch in einem Bundesstaat ansiedeln können, in dem die Todesstrafe bereits abgeschafft ist. Allerdings basiert die Figur der Allison Dubois angeblich auf einer Frau, die tatsächlich in Phoenix lebt… Letztendlich muss man allerdings sagen, dass es trotz allem möglich gewesen wäre, einen kritischen Umgang mit dem Thema anzustrengen, indem z.B. Allison in einen Gewissenkonflikt gerät, ob sie ihren Arbeitgeber bei Fällen unterstützen soll, bei denen es sein erklärtes Ziel ist, die Todesstrafe zu erwirken. Dies ist aber nicht der Fall, worin man eine klare Stellungnahme der Drehbuchautoren (oder welcher Verantwortlichen auch immer) sehen muss. Bei meinen weiterführenden Recherchen bin ich sogar auf Quellen gestoßen, die der Serie unterstellen, regelmäßig republikanisches Gedankengut zu verbreiten und rassistische Tendenzen zu haben. Dies ist mir bis dato allerdings nicht aufgefallen. Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er diese Botschaften im Subtext von „Medium“ wahrnimmt, und vor allem, ob ihm dies den Spaß an einer handwerklich und storytechnisch gut gemachten Serie vermiest oder nicht. Ich für meinen Teil liebe z.B. die Filme von Woody Allen, auch wenn ich sein Privatleben nicht im Geringsten billigen kann. Aber als reflektierter erwachsener Mensch traue ich mir zu, zwischen der Gesinnung eines Künstlers und der Qualität seines Kunstwerks differenzieren zu können.

Bleibt mir nur noch der Aufruf: Schaut’s euch mal an! „Medium – Nichts bleibt verborgen“ ist definitiv einer der besseren Vertreter der durch „Akte X“ ausgelösten Welle von Mystery-Serien. Es ist weder der Anspruch der Serie, extreme Spannung noch extremen Horror zu erzeugen, sondern intelligente, vertrackte Geschichten zu erzählen, die den Zuschauer immer wieder überraschen, und die Charaktere der Hauptfiguren zu entwickeln, die einem im Laufe der Zeit wirklich ans Herz wachsen. Über dem Ganzen liegt eine Atmosphäre des Übersinnlichen, die immer mal wieder wohliges Gruseln erzeugt. Allerdings wird mehr mit Andeutungen gearbeitet, so dass sensiblere Zeitgenossen auch bei krasseren Themen nicht wegschalten müssen. „Medium“ läuft zurzeit freitagabends auf Kabel 1. Ich wünsche gute Unterhaltung!

In diesem Sinne,

„Ist beeindruckend zu sehen, wie’n Mann seine Beherrschung verliert.“

Euer Serien-Hanns

Aus der SpieleSchmiede

"Aus der Spieleschmiede" ist eine neue Rubrik in unserem Newsletter. Unser Mitglied Karl-Heinz Zapf ist ein Urgestein der Spieleszene. Er ist als Organisator unzähliger LARPs und CONs bekannt, schreibt regelmäßig Rezensionen zu Spieleveranstaltungen die unter anderem im Spielexpress erscheinen und ist auch der Schöpfer eines Rollenspielsystems. Näheres zu seinem verspielten Privatleben findet ihr auf seiner HP www.spieleschmiede.info. In den nächsten Newslettern wird es immer einen Link zu einem Artikel von Karl-Heinz geben.

Dieses mal geht es um Überlegungen zum Einsatz von Handouts beim Live-Rollenspiel.

http://www.anderwelt.net/bibliothek/erzaehlungen/traktat_index.htm

Für Euch gespielt

Carcassonne - Mayflower

Gerhard

Knobeln mit Anderwelt

Zwei Söhne sind zusammen mit ihren Vätern unterwegs. Um wie viele Personen handelt es sich dabei mindestens?

Lösung des letzten Rätsels:

Beim Strategiespiel "Turm von Hanoi" benötigt man bei einem Turm von 20 Scheiben für eine Umlegung mit 1 Sekunde Zeitbedarf unglaubliche 2n-1 Umlegungen. Für 20 Scheiben sind dies 1048575 Umlegungen, also 12,13 Tage, wenn man Tag und Nacht arbeitet. Das Spiel geht auf den Turm von Brahma zurück. Dieser besteht aus 64 goldenen Scheiben, die von Tempelpriestern umgelegt werden. Die Welt wird untergehen, noch bevor sie ihr Werk vollendet haben. Denn bei einer Sekunde Umlegzeit benötigen sie dafür etwa 585 Milliarden Jahre.

Pausenspiele

In diesem Spiel spielt man einen Piraten, der allerlei Abenteuer erlebt. Das Interessante am Spiel aber ist die Verknüpfung der Story mit einem Mini-Golf-Spiel! Klingt zwar merkwürdig, ist aber sehr unterhaltsam.


King

Das Letzte

Und als letztes Mittel gegen Zecken, äh zicken...

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Bis demnächst,

Eure Newsredaktion