Russian Railroads
| Russian Railroads | |
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| Spieledaten | |
| Autor | Helmut Ohley, Leonhard Orgler |
| Verlag | Hans im Glück |
| Erscheinungsjahr | 2013 |
| Art | Brettspiel |
| Mitspieler | 2-4 |
| Dauer | 120-180 Minuten |
| Alter | ab 12 Jahren |
| Auszeichnungen | |
| [Deutscher SpielePreis] 2014 - 1. Platz [Spielehit für Experten] 2014 - 1. Platz | |
Russian Railroads ist ein Brettspiel von Helmut Ohley und Leonhard Orgler, das bei Hans im Glück erschienen ist.
Inhaltsverzeichnis
Hintergrund
Bei Russian Railroads handelt es sich um ein Brettspiel für zwei bis vier Spieler. Zeitlich ist das Spiel im Russland des 19. Jahrhunderts angesiedelt. Die industrielle Revolution beginnt in Europa um sich zu greifen und erreicht auch das Zarenreich. Die Spieler übernehmen die Kontrolle über ambitionierte Visionäre, die mit Hilfe von Ingenieuren versuchen, drei Bahnstrecken zu konstruieren und am besten gleichzeitig die Entwicklung von Fabriken vorantreiben. Wer am Ende die prestigeträchtigsten Strecken und die meisten Fabriken sein eigen nennt, erhält die Anerkennung des Zaren.
Spielprinzip
Russian Railroads beinhaltet prinzipiell ein persönliches Spielbrett für jeden Spieler und ein allgemeines Spielbrett.
Das allgemeine Spielbrett dient der Anzeige der Spielerreihenfolge, der allgemeinen Aktionen sowie der Ingenieure, die für dieses Spiel zur Verfügung stehen. Außerdem ist das Spielbrett zweiseitig. Auf der einen Seite findet man die Variante für zwei Spieler, auf der anderen für drei und vier. Auf dem persönlichen Spielbrett hingegen wird der Fortschritt einerseits der eigenen Trassen auf den drei Eisenbahnstrecken Transsibirien (Moskau - Vladivostok), Moskau - St. Petersburg und Moskau - Kiev, andererseits der Maßnahmen in der Industrialisierung Russlands (einschließlich gebauter Fabriken) festgehalten.
Man beginnt den Spielaufbau, in dem der allgemeine Vorrat aufgebaut wird. Dazu werden die Lokomotiven nach Zahlen in Stapeln sortiert und bereit gelegt. Dabei wird die Lokomotive der Reichweite 9 ohne violette Rückseite auf die zugehörige Vorteilskarte gelegt. Gleise und Arbeiter werden nach Farben sortiert und neben dem Spielbrett abgelegt, wobei nur sieben farbige Arbeiter im Vorrat liegen, der schwarze Arbeiter wird auf der zugehörigen Vorteilskarte platziert und die beiden hellblauen Arbeiter auf das Aktionsfeld mit ihrer Markierung auf dem allgemeinen Spielbrett abgelegt werden. Die ürbigen Arbeiter werden Die Verdopplerplättchen, das Letztrundenplättchen und Rubel werden ebenfalls in eigenen Stapeln neben dem Spielbrett bereit gelegt. Zuletzt werden die Ingenieure nach A und B sortiert, der Ingenieur ohne Buchstaben wird zusammen mit einem Rubel auf die zugehörige Vorteilskarte gelegt, die A und B Stapel werden getrennt gemischt und dann werden drei Ingenieure vom A-Stapel und vier vom B-Stapel gezogen. Die Ingenieure des Typs A werden auf das Feld mit der Siegpunktangabe gelegt und die Felder eins und zwei, des Typs B auf die Felder drei bis sieben gelegt. Dann wird der persönliche Vorrat aufgebaut. Hierzu wählt jeder Mitspieler eine Farbe und erhält das zugehörige Spielbrett sowie fünf Arbeiter seiner Farbe aus dem allgemeinen Vorrat. Zusätzlich startet jeder Mitspieler mit einem Rubel und drei schwarzen Gleisen. Auf dem persönlichen Spielbrett wird ein violetter Industriemarker auf dem Feld null der violetten Industrieleiste am unteren Ende des persönlichen Spielbretts abgelegt. Dann erhält jeder Spieler seine sieben Vorteilsplättchen (markiert mit einem orangenen Kreis und Fragezeichen auf der Rückseite). Nun werden die vier Reihenfolgekarten möglichst blind gemischt und jeder Spieler erhält eine Karte. Diese werden mit der Nummer nach oben vor den Spielern ausgelegt. Dann platziert man die Anzeigefiguren seiner Farbe einmal auf der Prestigeleiste und einmal auf sein Feld in der Reihenfolgeleiste. Zuletzt werden die Übersichtskärtchen für die Wertung ausgegeben und die vier Startbonuskarten ausgelegt. Der Spieler auf Platz vier der Spielerreihenfolge sucht sich zuerst einen Bonus aus, dann Spieler drei, dann Spieler zwei. Der Startspieler erhält hingegen keinen Startbonus.
Das Spiel läuft eine Anzahl an Runden entsprechend der Zahl der verfügbaren Ingenieure. Jede Runde gliedert sich in eine variable Menge an Aktionen und zwei Phasen.
1. Aktionsphase. In dieser platzieren die Mitspieler beginnend mit dem aktuellen Startspieler ihre Arbeiter auf Aktionsfeldern. Jedes Aktionsfeld zeigt hierbei die benötigte Menge an Arbeitern sowie den Effekt, den dieses Feld hat. Dies kann ein Ausbau der Gleise, Bau von Lokomotiven/Fabriken, vorantreiben der Industrialisierung, Gelderwerb, anheuern von Hilfsarbeitern oder Ingenieuren, und der Erwerb von Verdopplerplättchen sein. Der Reihe nach platziert die Mitspieler ihre zur Verfügung stehenden Arbeiter. Man kann auch Rubel anstelle von Arbeitern platzieren. So kann man beispielsweise einen Arbeiter oder einen Rubel investieren, um zwei Rubel zu erhalten. Aktionsfelder, die zwingend den Einsatz von Rubeln erfordern sind klar markiert. Dabei wird pro Spieler immer eine Aktion reihum durchgeführt.
Im Allgemeinen gilt, dass Aktionsfelder immer vollständig ausgeführt werden müssen. Man kann, mit zwei Ausnahmen, keine Aktionen durchführen, wenn bestimmte Schritte nicht möglich sind. So kann man beispielsweise nicht die Option wählen, eine bestimmte Gleisfarbe auszubauen, wenn man nicht alle Schritte mit diesem Gleis machen kann. Ebenso ist zu beachten, dass Gleise in der folgenden Reihenfolge gebaut werden müssen: Schwarz > Grau > Braun > Naturfarben > Weiß. So dürfen beispielsweise die grauen Gleise niemals auf dem selben Feld oder vor den schwarzen Gleisen liegen. Das gleiche gilt für braune, naturfarbene und weiße Gleise. Die angesprochenen Ausnahmen für Aktionen sind Rubel, diese sind praktisch unbegrenzt (man muss sich gegebenenfalls mit anderen Markern aushelfen), und angeheuerte Ingenieure. Um auf der Industrieleiste die vorhandenen Lücken zu überqueren, müssen Fabriken errichtet werden. Hierzu kann man sich entscheiden, Lokomotiven stattdessen als Industrie zu errichten. Diese bringen bei Überquerung mit dem Industriemarker Boni. Werden während einer Aktion die Voraussetzungen für bestimmte Felder erfüllt, so tritt deren Effekt augenblicklich ein. Man erhält sofort Zugriff auf neue Gleisfarben, zusätzliche Arbeiter stehen sofort zur Verfügung und Prestigeboni werden in der Rundenwertung dieser Runde berücksichtigt. Zudem kann immer nur ein Mitspieler ein Aktionsfeld einmal nutzen. Es gibt jedoch ein Aktionsfeld, das jeder Mitspieler einmal anwenden kann. Angeheuerte Ingenieure stehen nur dem jeweiligen Geldgeber zur Verfügung. Während der Aktionsphase kann es bei Nutzung von Ingenieuren oder beim Abschluss von Eisenbahnstrecken mit schwarzen Gleisen dazu kommen, dass man sofort Prestigepunkte erhält. Ist dies der Fall, rückt man seinen Prestigeanzeiger um die angegebene Zahl vor. Hat man alle Arbeiter und, gegebenenfalls, Rubel investiert, passt man in dem die Reihenfolgekarte umgedreht wird. Nun zeigt sie die Prestigepunkte, die man sofort für das Passen erhält.
2. Rundenwertung. Haben alle Spieler gepasst, kommt es zu einer Rundenwertung. Hierbei werden alle Eisenbahntrassen und die Industrie der Mitspieler gewertet. Bei den Eisenbahnlinien wird bis zur Reichweite der verfügbaren Lokomotiven gewertet und es gilt, je hochwertiger die Gleise - erkennbar an den Farben (aufsteigend) schwarz, grau, braun, naturfarben, weiß - desto mehr Punkte erhält man für jede Ausbaustufe. Hinzu kommt, dass man durch potentiell vorhandene Verdopplerplättchen auf der Strecke Moskau - Vladivostok für den jeweiligen Gleisabschnitt die doppelte Punktzahl erhält. Zudem wird die Industrie des jeweiligen Mitspielers gewertet. Hierbei gelten die Prestigepunkte auf dem Feld, auf dem der Industriemarker steht. Fabriken bringen hierbei keine Punkte. Sie dienen dem Fortkommen.
3. Aufräumen. Nachdem die Rundenwertung durchgeführt wurde, holen die Mitspieler ihre Arbeiter zurück in den persönlichen Vorrat. Alle Rubel auf dem Spielbrett werden in den allgemeinen Vorrat zurückgelegt. Die Ingenieure rücken nach Rechts auf das nächste freie Feld. Wenn der Ingenieur für diese Runde nicht angeheuert wurde, wird er oder sie zurück in die Schachtel gelegt. Sollte dabei nur noch ein Ingenieur auf dem allgemeinen Spielbrett verbleiben, kommt der Spielendemarker ins Spiel.
Nach Phase 3 beginnt man in der neuen Runde mit Phase 1. Sollte die letzte Rundenwertung beendet sein, kommt es zu einer abschließenden Spielendewertung. Hierbei werden die Ingenieure und die Spielendekarten gewertet. Gewinner ist, wer die meisten Prestigepunkte gesammelt hat.
Der Aufbau des Spiels variiert mit der Spielerzahl und damit auch die Länge des Spiels, denn je nach Anzahl der verfügbaren Ingenieure spielt man eine entsprechende Anzahl an Runden. Für zwei Spieler sind bestimmte Aktionen nicht nutzbar, wie auf dem Plan angegeben. Es sind von jeder Qualitätsstufe zwei Lokomotiven verfügbar und es werden sechs Ingenieure ausgelost. Dadurch dauert ein Spiel für zwei Spieler nur sechs anstatt sieben Runden. Drei Spieler können alle Aktionsfelder nutzen und es werden ebenfalls sechs anstatt sieben Runden gespielt.
Fazit
Russian Railroads ist ein klassisches Worker-Placement-Spiel, bei dem man immer vor der Wahl steht, seine Eisenbahntrassen auszubauen, die Industrialisierung voran zu treiben, neue Züge zu akquirieren, oder einen Ingenieur anzuheuern. Dabei lädt es zum experimentieren mit unterschiedlichen Strategien ein und durch das kleine Quäntchen Zufall, das durch die ‘Auslosung’ von Ingenieuren und Spielendekarten entsteht, spielen sich die Runden nie wirklich gleich. Auch wenn Russian Railroads zu den komplexeren Strategiespielen gehört, kann man den Autoren attestieren, dass dieses Spiel auch für absolute Brettspiel-Neulinge geeignet ist.
Weblinks
Russian Railroads bei Hans im Glück
Regeln zu Russian Railroads
