Feuchtgebiete
| Feuchtgebiete | |
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| Buchdaten | |
| Autor | Wolfgang Hohlbein |
| Verlag | DuMont-Verlag |
| Erscheinungsjahr | 2009 |
| Genre | Gesellschaftsroman |
| Autor der Rezension | Waldfee |
Inhaltsverzeichnis
Klappentext
Rezension
Hm, also, erst wusste ich gar nicht, ob ich über dieses Buch eine Rezi schreiben soll. Die Anpreisung in den Medien hat mich bewogen, mir das Buch in jedem Fall nicht zu kaufen. Das heißt nicht, dass ich es nicht gelesen habe. Denn genau das habe ich getan.
Die schriftstellerische Glanzleistung hat mir sehr geholfen... ich las es abends im Bett und bin regelmäßig davon eingeschlafen. Das heißt nicht, dass das Buch schlecht ist! Es ist eben nur nicht das, was man erwartet nach dieser Presse... Sex, Drugs und Rock' n Roll - oder besser es verheißt Nacktheit, Selbstbefriedigung, Schamhaarrasuren und die genaue Beschreibung vom Umgang mit Hämorrhoiden und ihrer Hinderlichkeit beim Analsex... oder so ähnlich.
Ich habe ein anderes Buch gelesen, ein Buch über eine Frau die versucht, einen Weg für sich zu finden, um mit ihrer Familie, ihrer Erziehung und den Altlasten ihrer Kindheit klarzukommen. Und eine gute Möglichkeit dafür ist für sie der offene Umgang mit ihren sexuellen Wünschen und das Aussprechen von tabuisierten Worten und Begebenheiten. Damit kann sie ihre Umwelt ganz nah an sich heranlassen und hält sie durch ihre Offenheit doch noch ein ganzes Stück weiter weg.
Sicher will keine "normale" Frau alle diese Einzelheiten und Erfahrungen, die man eher mit sich selbst ausmacht, mit allen anderen teilen. Es ist kein Problem, genau zu wissen, in welchem Stadium sich der vaginale Schleim gerade befindet und ob dies gerade konform geht mit dem Stand ihres weiblichen Zyklus. Aber warum sollte ich alle Welt gerade darüber informieren. Ich meine: Wen interessiert das denn? Außer vielleicht dem Sexualpartner, und evtl. nicht mal den...
Trotzdem hab ich das Buch bis zum Ende gelesen, und darüber bin ich froh. Es war durchaus recht witzig zu lesen, die einzelnen Szenen sind immer auf recht humoristisch. Und Tabubrechen kann auf manche Weise sehr amüsant sein oder auch wichtig. Denn die Geschichte, die hinter der ganzen Fäkalerotik steckt, ist zwar nur grob angerissen, aber sie bedrückt auch und bringt einen zum Nachdenken: Über das Buch, die Intention, es so zu schreiben, und die Möglichkeiten, es in so viele schriftstellerische Schubladen zu stecken.
Nun, wer gerne mal was anderes liest, sich nicht vor menschlichen Abgründen ekelt, selber schon mal in der Nase gepopelt hat, weiß wie Ohrenschmalz schmeckt, sich anschaut was man nach der durchzechten Nacht da gerade gekotzt hat, ist auch für dieses Buch gewappnet. Alle anderen ziehen sich vielleicht besser ein Familien-Drama aus bekannten Quellen rein oder versuchen die sexuellen Fantasien mit Hilfe von Kurzgeschichten in einschlägigen Magazinen zu befriedigen.
Fortsetzungen
keine
Weblinks
keine