City of God

Aus Anderwiki
Version vom 3. November 2010, 17:52 Uhr von Hotzenplotz (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

City of God (Drama, Brasilien 2002)

"Es gibt bei uns einen Spruch: Wenn Du wegläufst, fangen sie Dich, und wenn Du bleibst, fressen sie dich. So war es schon immer, solange ich denken kann."

Der Alltag in der "Cidade de Deus", einem der ärmsten Slums in Rio, bedeutet für seine Einwohner jeden Tag aufs neue einen Kampf ums nackte Überleben. Inmitten von diesem Sumpf aus Brutalität, Verbrechen, Armut und Drogen wächst der junge Buscapé auf. Nachdem sein Bruder erschossen wird, lässt der eher schüchterne Junge das Bandenleben hinter sich und träumt davon, Fotograf zu werden. Über Jahre hinweg verfolgt er dann den Werdegang des kleinen Dadinho von einem unbedeutenden Kriminellen zum berüchtigten Gangsterboss Locke. Schon als kleiner Junge entdeckt Dadinho die Lust am Töten und startet eine Verbrecherkarriere, die ihn Schritt für Schritt das komplette Viertel beherrschen und zum mächtigsten Drogendealer in Rio de Janeiro aufsteigen lässt. In seinem Streben nach immer mehr Kontrolle liefert er sich bald mit seinen schärfsten Widersachern Mané Karotte einen blutigen Bandenkrieg.

Während sich die Spirale der Gewalt immer weiter dreht, zeigt City of God dem Zuschauer wie das unerbittliche Gesetz der Straße seine Opfer fordert.Unter dem nicht gerade wachsamen Auge der korrupten Gesetzeshüter läuft die Grenze zwischen Leben und Tod willkürlich, für das Töten eines Kontrahenten braucht es keinen Grund...

Die Handlung des Filmes, der auf einer wahren Geschichte basiert, streckt sich über drei Jahrzehnte und der Regisseur Fernando Meirelles zieht den Zuschauer durch seine Erzählweise in verschiedenen Handlungssträngen, mit Zeitsprüngen, die sich immer wieder überschneiden, in eine Welt der unendlichen Abgründe. Die Darsteller sind allesamt Laienschauspieler aus dem Umfeld der Slums und verleihen dem Film eine Authentizität, die den Zuschauer gleich mitten ins Geschehen wirft.

Ohne reißerische Gewaltdarstellung fesselt der Film durch hohes Tempo und schnelle Schnitte, alles in allem eine äußerst sehenswerte Produktion, die Aufmerksamkeit verdient hat. Bei den Unmengen von Standard-Hollywood-Streifen im Kino ist dieser Film wohl an den meisten unbemerkt vorübergegangen, jetzt auf DVD bietet sich die Gelegenheit verpasstes nachzuholen.

[Frank Groetenherdt]