Sankt Petersburg

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Sankt Petersburg
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Spieledaten
Autor Michael Tummelhofer
Verlag Hans im Glück
Erscheinungsjahr
Art
Mitspieler
Dauer
Alter
Auszeichnungen


Sankt Petersburg ist das erste Spiel von Michael Tummelhofer. Gerüchten zufolge ist der Name ein Pseudonym, dahinter soll sich Bernd Brunnhofer, der Chef des Münchner Hans im Glück-Verlags verbergen.

Zum Spiel: Sankt Petersburg gehört genau genommen zur Gattung der Kartenspiele. Nachdem Anfang des 18. Jahrhunderts der Zar Peter der Große die Stadt St. Petersburg gegründet hat, muss sie nun aufgebaut werden. Dazu ist Geld notwendig, das Handwerker einbringen müssen. Damit wieder können Gebäude gebaut und Adelige bestochen werden.

Auf dem Spielbrett, das am Rand eine Zählleiste aufweist, sind zwei Reihen mit je acht Feldern zur Auslage der Karten vorgesehen. Weitere vier Felder werden für die verschiedenen Kartenstapel und eines für die Ablage nicht mehr benötigter Karten verwendet.

Das Spiel läuft in Runden ab, wobei jede Runde sich wiederum in vier Phasen gliedert. Zu Beginn wird der jeweilige Startspieler für die einzelnen Phasen ermittelt. Innerhalb der Phase wird dann im Uhrzeigersinn gespielt. Nach jeder Runde wechseln die Startspieler. In jeder Phase kommen Karten eines der anderen oben genannten vier Kartenstapel zum Einsatz.

Die Phasen sind:

  1. Handwerker
  2. Gebäude
  3. Adelige
  4. Austauschkarten

Nach jeder außer der vierten Phase kommt es zu einer Wertung. Hierbei werden jedoch nur ausliegende Karten gewertet, die zur gerade eben beendeten Phase gehören. Eine Phase ist beendet, wenn alle Spieler passen. Nach der Wertung werden die ausliegenden Karten vom nächsten Kartenstapel wieder auf acht ergänzt. Während Handwerker vor allem Geld in die Kasse spülen, bringen Gebäude hauptsächlich den Spielstein auf Zählleiste nach vorn. Kann ein Spieler viele Adelige für sich gewinnen, so kann dies spielentscheidend sein. Austauschkarten bieten die Möglichkeit, schon ausliegende Karten aufzuwerten.

Jedes mal wenn ein Spieler an der Reihe ist kann er (oder sie) zwischen folgenden Aktionen wählen:

1. Karten kaufen

Der Spieler nimmt eine der offen ausliegende Karten, bezahlt sie und legt sie vor sich ab. Der Kaufpreis wird hierbei auf verschiedene Weise von anderen Karten beeinflusst: Es zählt die Reihe auf dem Spielbrett, von der sie genommen wurden, aber auch der Umstand, ob der Spieler schon ein oder mehrere Karten dieses Typs besitzt.

2. Karte aufnehmen

Der Spieler kann eine Karte auf die Hand nehmen ohne sie zu bezahlen, dabei jedoch darf ein Maximalzahl von drei nicht überschritten werden. Hat ein Spieler am Spielende noch immer Karten auf der Hand, so wird er mit je fünf Minuspunkten bestraft.

3. Karte ausspielen

Der Spieler bezahlt den entsprechenden Preis und legt die Karte vor sich ab.

4. Passen

Das Spiel endet, wenn der erste Kartenstapel aufgebraucht ist und die Runde zu Ende gespielt ist. In der nachfolgenden Schlussrechnung werden vor allem die Adeligen gewertet, Barvermögen wird mit einem Umtauschkurs von zehn zu eins berücksichtigt.

Sankt Petersburg ist trotz seiner einfachen Regeln eher ein Spiel für Taktiker. Die Abwägung, das immer viel zu knappe Geld lieber für Handwerker auszugeben, die ihrerseits wieder Geld einbringen, oder für Gebäude, die wichtige Punkte einbringen, ist alles andere als einfach. Auch sollte man nicht vergessen, sich mit den Adeligen gut zu stellen.

Sankt Petersburg ist ein gutes, ausgewogenes Spiel mit nur geringem Glücksanteil. Weil es mit etwa einer Stunde Dauer recht kurz ist, lädt es immer wieder zu einer weiteren Partie ein, es kann aber auch länger werden, vor allem mit Neulingen in der Runde. Wie der Verlag allerdings auf die angegebenen 30 bis 45 Minuten kommt, ist mir schleierhaft.

Mir hat das Spiel sehr gut gefallen, ich kann es deswegen absolut empfehlen.

[Gerhard]