Pirates

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Pirates ist eine witzige Mischung aus Sammelkartenspiel und 3D Tabletop. Das 2004 von Wizkids veröffentliche Spiel bietet Hobby-Admirälen die Möglichkeit, mit kleinen Segelschiffen fremde Inseln zu erkunden, Goldschätze zu bergen und gegnerische Flotten zu bekämpfen. Wie bei Sammelkartenspielen wird Pirates in kleinen eingeschweißten Päckchen (Booster) verkauft. Ein Booster kostet zischen 4 und 5 Euro und enthält 2 Schiffe, eine Insel, Goldmünzen mit unterschiedlichen Werten, eine Spielanleitung und einen Würfel. Teilweise können in den Päckchen auch Besatzungsmitglieder (Crew) und Sondergegenstände enthalten sein. Alle Teile sind in scheckkartengroßen Kunststoffkärtchen eingestanzt und müssen aus diesen herausgelöst werden. Die Schiffe müssen aus mehreren Teilen zusammengesteckt werden. Dies erfordert einiges an Fingerspitzengefühl und übung, da insbesondere die Masten sehr filigran sind und recht leicht abbrechen. Alle spielrelevanten Angaben zu den Schiffen sind auf den Kunststoffkarten als Referenz angegeben. Daneben hat jedes Schiff eine Sammlernummer und eine Seltenheitsstufe. Ein einfaches Spiel ist mit nur einem Päckchen möglich, für richtige Seeschlachten benötigt man aber schon 6 oder mehr Booster. Der Spielablauf: (vereinfachtes Musterszenario für 2 Spieler) Zunächst werden 6 Inseln auf einem glatten Tisch gleichmäßig verteilt. Jeder Spieler bestimmt eine Heimatinsel für seinen Gegner und sucht 8 Münzen im Wert von 15 Gold aus seinem Vorrat. Alle Münzen werden verdeckt gemischt und gleichmäßig auf die übrigen Inseln verteilt. Dann stellt sich jeder Spieler aus den vorhandenen Schiffen und der Crew seine Flotte zusammen. Jedes Schiff und Crew besitzt einen bestimmten Punktewert. Der Gesamtwert der Flotte darf ein bestimmtes Punktelimit (z.B. 40 Punkte) nicht übersteigen. Die Schiffe werden so an die jeweiligen Heimatinseln angelegt, dass sie diese mit dem Bug berühren. Mit einem W6 wird der Startspieler bestimmt. Dieser kann in der Regel jeweils eine Aktion (Bewegen oder Schießen oder eine Insel erkunden u.a.) mit einem oder mehreren seiner Schiffe (evtl. mit Crew) durchführen. Crewmitglieder können dem Spieler zusätzliche Aktionen gestatten. Jedes Schiff hat eine Referenzkarte, auf der sein Name, Nationalität, Kosten, Anzahl der Masten, Laderaum, Bewegungsreichweite, Kanonen und ggf. Sonderfähigkeiten angegeben sind. Kanonen- und Bewegungsreichweiten werden im gesamten Spiel mit "S" (5,5cm) oder "L" (8cm) angegeben. Zum Abmessen sind auf den Referenzkarten entsprechende Balken markiert. Bewegung: Schiffe werden innerhalb ihrer Referenz (z.B. "L"; "S+S"; "L+S" usw.) bewegt, indem man die Karte mit dem entsprechenden Balken im gewünschten Kurs am Bug anlegt und diesen entsprechend weit verschiebt. Berührt ein Schiff eine Insel oder ein anderes Schiff endet die Bewegung. Schießen: Die Masten fungieren gleichzeitig als Kanonen. Abhängig vom Schiff haben sie unterschiedliche Reichweiten ("S" oder "L") und "Treffsicherheit". Zum Schießen prüft der Angreifer mit dem entsprechenden Maßstab, ob er von den jeweiligen Masten (Kanonen) ein gegnerisches Ziel erreichen kann. Ist ein Ziel in Reichweite, würfelt er für jede Kanone einzeln mit einem W6. Erreicht oder übertrifft er die geforderte Augenzahl der Kanone, landet er einen Treffer. Sein Gegner entfernt an dem getroffenen Schiff je Treffer einen Mast seiner Wahl. Sind an alle Masten entfernt, ist das Schiff bewegungsunfähig. Bei einem weiteren Treffer wird es versenkt. (Anmerkung: Ich verzichte auf das tatsächliche Entfernen der Masten, sondern markiere die zerstörten Masten auf den Referenzkarten) Erkunden: Berührt ein Schiff eine Insel, endet seine Bewegung. Der Spieler darf in seinem nächsten Zug als Aktion die Insel erkunden, d.h.er darf sich alle Goldmünzen ansehen und so viele Münzen seiner Wahl aufnehmen, wie er in seinem Laderaum unterbringen kann. Die Münzen werden zunächst verdeckt neben der Referenzkarte seines Schiffes abgelegt. Legt der gleiche Spieler ein weiteres mal an der gleichen Insel an darf er weitere Münzen als "freie Aktion" sofort aufnehmen. Legt ein Schiff an der Heimatinsel an, legt der Spieler die Münzen des Schiffes verdeckt neben seiner Insel ab. Spielsieg: Es wird solange gespielt, bis entweder alles Gold geborgen wurde oder eine Flotte vernichtet ist. Sieger ist, wer mehr als die Hälfte des Goldwertes auf seine Insel gebracht hat. Es können natürlich auch andere Szenarien und Siegbedingungen festgelegt werden. Ein Spiel dauert ca. 20-40 Minuten. Weitere Möglichkeiten: Es ist möglich, gegnerische Schiffe zu rammen und zu entern. Bewegungsunfähige Schiffe (auch gegnerische) können abgeschleppt werden, oder man kann versuchen Sie zu versenken, bevor sie dem Gegner in die Hände fallen. Beschädigte Schiffe können an der Heimatinsel repariert werden (1 Mast pro Runde). Die meisten Schiffe und die Crewmitglieder haben unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die sich strategisch einsetzen lassen. Je nach Edition kommen unterschiedliche Nationen, Schifftypen, Forts, Seeungeheuer, einzigartige Schätze und erweiterte Regeln ins Spiel. Anmerkung: Alle sechs englischsprachigen Editionen sind untereinander kompatibel. In der deutschsprachigen Ausgabe (Vertrieb Amigo) kommen vereinfachte bzw. abgewandelte Regeln zum Einsatz. Fazit: Pirates ist ein kurzweiliges Strategiespiel für zwischendurch. Die Regeln sind leicht erlernt. Sofern einen nicht die Sammelleidenschaft packt, halten sich die Kosten einer Flotte für 2-3 Spieler in Grenzen. Die Idee mit Schiffen und Zubehör im "Scheckkartenformat" ist originell und gut umgesetzt. Die Bewegung und insbesondere der Zusammenbau der Schiffe erfordert jedoch übung und Fingerspitzengefühl. Für Kinder und Grobmotoriker ist Pirates deswegen nur bedingt geeignet. Eine realistische Simulation eines Seegefechtes darf man allerdings nicht erwarten. Elemente wie Seegang, Wind und Wetter bleiben unberücksichtigt.

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