Bloodrayne
| Bloodrayne | |
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| Daten zum Film | |
| Regisseur | Uwe Boll |
| Land | USA / Deutschland |
| Erscheinungsjahr | 2005 |
| Genre | Horror / Fantasy / Splatter |
| Autor der Rezension | Hanns |
Inhalt & Kritik
Kristanna Loken sieht in rotem Leder nicht schlecht aus (vor allem, wenn man auf den Domina-Stil steht), wie sie in "Terminator 3" beweisen konnte. In "BloodRayne" wird dieses Erfolgsrezept fortgeführt, mehr noch, diesmal darf sie sogar ihre Brüste zeigen. Das ist doch schon mal was!? Doch was bietet "BloodRayne" darüber hinaus?
In erster Linie Blutspratz-Effekte, minutiös kreiert vom König des schlechten Deutsch-Splatterfilms, Olaf Ittenbach. Blutfontänen sprudeln lustig aus aufgeschlitzten Bäuchen und Hälsen, Klingen aller Art werden quer durch Köpfe gerammt, Körper senkrecht oder waagerecht halbiert, Gliedmaßen abgehackt, Köpfe abgetrennt oder einfach zermatscht. Und die schönsten Szenen gibt es dann gegen Ende des Films noch mal in der Zeitlupen-wiederholung. Versteht mich bitte nicht falsch, liebe Leser, nichts gegen Splatter, aber wenn das Gemetzel zu sehr im Vordergrund steht, und letztlich zum Ersatz für Handlung, Dramaturgie und Charakterentwicklung wird, stellt sich bei mir trotz der schönsten Effekte Langeweile ein.
Der deutsche Regisseur Uwe Boll versucht sich hier zum zweiten Mal an einer Computerspiel-Verfilmung. Während er mit "Alone In The Dark" einen soliden Monsterhorror-Action-Film ablieferte, der zwar nicht gänzlich frei war von Logikfehlern und einschlägigen Klischees, aber dafür eine dichte Atmosphäre erschuf und visuell ansprechend war, versagt er mit "BloodRayne" leider auf ganzer Linie.
Herrn Boll schwebte wohl eine Mischung aus Horrorfilm, trendigem Monumental-Fantasyepos und Schwertkampfspektakel vor. Vielleicht etwas zu viel auf einmal, denn nichts davon funktioniert richtig. Trotz eimerweise Blut und Gemetzel, sowie dem Versuch, den dekadenten und menschenverachtenden Lebensstil der Vampire zu demonstrieren, kommen leider weder Spannung noch Gruseln auf. Alles erscheint uninspiriert, die Handlung hält keine Überraschungen bereit und es entsteht einfach keine Atmosphäre.
Zwar sieht man immer wieder Menschen (bzw. Halbvampire) in bester Herr-der-Ringe-Manier durch schön gefilmte Landschaften reiten, aber alle Sets, vom Schloss des Oberbösewichts bis hin zum Mittelalterdorf, wirken irgendwie steril und unecht. Auch die Charaktere wirken nicht, als wären sie einer längst vergangen Epoche entnommen, sondern eben wie amerikanische Schauspieler, die die üblichen Sprüche klopfen und Witzchen reißen. Man wird nicht entführt in eine wundersame fremde Welt, sondern hat ständig das Gefühl, da sind ein paar Leute, die Mittelalter bzw. Fantasy spielen.
Die Handlung ist schnell erzählt. In einem nicht näher definierten europäischen Land in einer nicht näher definierten Vergangenheit terrorisieren böse Vampire die Menschen, während ein Orden aufrechter Recken sich diesen entgegenstellt. Eine Halbvampirin (wie unerwartet: die Tochter des Obervampirs!) schließt sich den Helden an und trägt schließlich maßgeblich zum Sieg über die Schurken bei. Zwischendurch sind die üblichen Abenteuer zu bestehen: Kämpfe gegen böse Monster, die Überwindung einschlägiger Fallen und Rätsel, das Einsammeln mächtiger Artefakte, Verrat in den eigenen Reihen, Gefangennahme der Helden und natürlich große Schlachten. Gähn!
Das größte Mysterium des Films besteht darin, wie Herr Boll es schaffen konnte, ein solches Star-Aufgebot dafür zu gewinnen (und dessen Potential zu verspielen). Von Michael Madsen ("Reservoir Dogs", "Kill Bill") über Michelle Rodriguez ("Resident Evil", "Girl Fight") bis hin zu Geraldine Chaplin gelingt es den Darstellern leider nicht im Geringsten, dem Film ein wenig Leben einzuhauchen. Selbst Oscar-Preisträger Ben Kingsley ("Gandhi", "Species", "Suspect Zero") wird zu einem Abziehbild degradiert, dessen einzige Funktion darin besteht, als Vampiroberhaupt mit ewig gleichem bösem Gesichtausdruck auf seinem Thron zu hocken und ab und zu mal einen uninspiriert bedrohlichen Satz abzusondern, den man schon Millionen Mal gehört hat („Prepare to witness the beginning of a new era!“). Vielleicht soll diese Figur einfach nur emotionslos erscheinen – doch es drängt sich das Gefühl auf, der arme Herr Kingsley war die ganze Zeit über zu Tode gelangweilt. Ich kann es ihm nicht verdenken.
Fazit
Es gibt einfach Filme, die die Welt nicht braucht. Punkt. Wer auf Sex & Gewalt steht, und dafür auch mal auf Handlung, gute Dialoge und schauspielerische Leistungen, Spannung und Atmosphäre verzichtet, sowie Olaf Ittenbach-Fans werden an "BloodRayne" sicherlich dennoch ihre Freude haben.
In diesem Sinne,
„Mein Gott! Es ist voller Sterne!“
Euer Movie-Hanns