Der Fluch des Pharao

Aus Anderwiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Fluch des Pharao
[[Datei:|200px|center]]
Spieledaten
Autor
Verlag Kosmos
Erscheinungsjahr
Art
Mitspieler 2 - 5
Dauer
Alter
Auszeichnungen


Bei "Der Fluch des Pharao" erforschen zwei bis fünf Spieler eine alte Ägyptische Pyramide. Die Grundfläche der Pyramide wird durch ein quadratisches Spielbrett mit einer kästchenförmigen Aufteilung gebildet. Unregelmäßig sind in einzelnen Kästchen Grabkammern aufgedruckt, die je nach Anzahl der Spieler mehr oder weniger mit Grabkammerkärtchen in den Farben der Spieler bedeckt werden. Auf der einen Seite des Bretts befinden sich die Startfelder der Spieler, auf der gegenüberliegenden ein Gang, über den ein "Gegenspieler" - der Gott Ammut - ins Spiel gebracht wird.

Zu Beginn seines Zuges zieht der Spieler null bis drei Labyrinthkärtchen und legt sie auf freie Spielplanfelder. Grenzt das anzulegende Kärtchen an schon vorhandene, so muß es mit mit mindestens einem Kärtchen durch einen Weg verbunden sein. Als nächstes würfelt der Spieler für die Bewegung seines Forschers. Bei der Bewegung müssen nicht alle Würfelpunkte verbraucht werden. Wird während des Gehens eine Grabkammer oder ein spezielles, mit einem grauen Rand versehenes Labyrinthkärtchen betreten, so verfallen die übrigen Würfelpunkte.

Das Betreten eines Labyrinthkärtchens mit grauem Rand hat zur Folge, daß der Spieler eine Ereigniskarte ziehen muß. Die überwiegend positiven Ereignisse bestehen normalerweise im Gewinn, manchmal auch in einem Verlust von Lebenspunkten. Das Vorhandensein von zwei Ereigniskarten, bei denen nur die männlichen Spieler am Tisch einen Lebenspunkt verlieren, ist als bizarr zu bezeichnen. Beim Betreten eines mit einem Grabkammerkärtchen bedeckten Grabkammerfelds darf der Spieler je nach Aufdruck ein bis drei Schatzkarten ziehen und das Grabkammerkärtchen an sich nehmen, sofern er die Farbe des Kärtchens noch nicht besitzt. Dabei ist jedoch unter Umständen mit dem Auslösen einer Falle zu rechnen, die weitere Lebenspunkte kostet. Die Schatzkärtchen (wie auch die Ereigniskarten) sind in Zusammenarbeit mit dem Britischen Museum in London entstanden. Zusatztexte beschreiben die mystische Bedeutung von Göttern oder Schätzen, die Schatzkarten zeigen Fotografien von echten Fundstücken aus Pyramiden.

Bei einem Symbol des Bewegungswürfels wird nicht der Forscher, sondern der Eingangs beschriebene Gott Ammut bewegt. Begegnet ein Spieler diesem Gott bei der Durchführung seines Zuges, so endet auch hier der Zug. Leider kann der Spieler den nun entstehenden Kampf nicht beinflussen - seine einzige Aktionsmöglichkeit besteht darin, zu würfeln, wieviele Lebenspunkte er dabei verliert.

Eines der interessantesten Spielelemente ist die Möglichkeit, durch den Einsatz von Lebenspunkten zusätzliche Aktionen im Rahmen eines Zuges zu unternehmen. So ist etwa das Ziehen weiterer Labyrinthkärtchen, das Suchen nach Geheimgängen oder das Verdrehen beliebiger, schon ausliegender Labyrinthkärtchen möglich.

Um das Spiel zu gewinnen, ist das Erreichen einer von zwei Siegbedingungen nötig. In Abhängigkeit von der Anzahl der Spieler muß eine bestimmte Anzahl von Grabkammerkärtchen oder aber eine bestimmte Anzahl von Schätzen gefunden werden. Allerdings ist das Spiel beim Erreichen einer der Siegbedingungen durch einen Spieler noch nicht beendet. Mühsam muß er sich einen Weg zu seinem Startfeld suchen.

Das Spiel hat eine recht hübsche Aufmachung, vermag aber nicht so recht zu begeistern. Zu viele Regeln wirken nicht recht durchdacht. So bleiben etwa nach dem Ableben eines Forschers in einem Grabkammerkärtchen nicht die gesammelten Schätze auf dem entsprechenden Feld liegen. Schade auch, daß die Interaktion zwischen den Spielern sich auf "den anderen Steine in den Weg zu legen" beschränkt, dadurch spielen die Spieler eigenlich nur nebeneinander her und versuchen lediglich möglichst schnell eine der Siegbedingungen zu erfüllen. Vielleicht könnte eine Überarbeitung der Regeln dem Spiel helfen, aber in der vorliegenden Form wirkt das Spiel unausgereift. Nicht zuletzt in Anbetracht des Preises - der sich im Regelfall über 30 Euro bewegt - kann ich das Spiel nicht empfehlen.

[Gerhard]