Yspahan

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Yspahan
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Spieledaten
Autor Sébastien Pauchon
Verlag Ystari
Erscheinungsjahr 2006
Art Brettspiel
Mitspieler 3 - 4
Dauer 45 - 60 Min
Alter ab 8
Auszeichnungen


Yspahan ist ein Brettspiel von Sébastien Pauchon, das bei Ystari erschienen ist.

Hintergrund

Bei Yspahan handelt es sich um eine abstrakte Form eines Handelspiels. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Kaufleuten in der einstig mächtigen persischen Handelsmetropole Yspahan (sprich: Ysfahan). Die Kaufleute beliefern die Basare in den einzelnen Stadtteilen und bauen Gebäude, um den Warentransport besser zu kontrollieren, während ein Aufseher des Kalifen bestimmt, welche Waren mit Hilfe von Kamelkarawanen in das Umland transportiert werden.

Spielprinzip

Yspahan besteht vor allem aus einem größeren und zwei kleinen Spielbrettern. Das große Spielbrett zeigt vier Stadtviertel, die durch zwei sich kreuzende Straßen von einander getrennt sind. In den Stadtvierteln, unterschiedlich farbig gruppiert, befinden sich die zu beliefernden Läden. Eine gleichfarbige Gruppe von Läden wird als Basar bezeichnet. Eines der kleinen Bretter zeigt eine aus zwölf Kamelen bestehende Karawane, das andere ist in sechs gleichgroße Bereiche unterteilt, die entweder die Symbole eines der vier Stadtviertel, Gold oder Kamele zeigen. Jeder Spieler erhält kleine Warenwürfel in seiner Farbe, zwei Goldstücke und ein kleines Spielbrett, um zu dokumentieren, welche Gebäude er schon errichtet hat. Als weiteres Spielelement gibt es Karten, die beim Ausspielen Vorteile bringen wie etwa die preiswertere Errichtung von Gebäuden oder verbesserte Warenverteilung.

Das Spiel erstreckt sich über drei Wochen mit jeweils sieben Tagen, ein Zähler für Wochen und Tage auf dem Hauptbrett erleichtert die Kennzeichnung des Spielefortschritts. An jedem Tag wird zuerst festgestellt, wieviel Gold und Kamele an die Spieler verteilt werden und wieviele Wareneinheiten in die einzelnen Stadtviertel geliefert werden dürfen. Dies erfolgt, indem der jeweilige Startspieler neun (bei zwei Spielern acht) sechsseitige Würfel wirft, die Würfel nach Augenzahlen gruppiert und nach folgendem Schema auf das kleine Spielbrett mit den sechs Bereichen verteilt: Die Würfel werden beginnend mit der kleinsten Augenzahl von unten nach oben auf die Bereiche verteilt, also kommen die Würfel mit der zweitkleinsten Augenzahl in das zweite Feld usw.. Eine Ausnahme bildet hierbei jedoch die Gruppe Würfel mit der höchsten Augenzahl - sie kommt immer in den obersten Bereich. Dies hat zur Folge, daß die in Bereichen zwei, drei, vier und fünf liegenden Stadtviertel unterschiedlich oft beliefert werden. Auf diese Weise wird zum Beispiel das Stadtviertel im Bereich fünf sogar öfters gar nicht beliefert, konsequenterweise ist der Wert eines vollständig belieferten Basars in schlecht versorgten Stadtvierteln deutlich höher.

Beginnend mit dem Startspieler hat an jedem Tag jeder Spieler zwei Aktionen zur Verfügung, wobei die erste Pflicht und die zweite freiwillig ist. Beim Pflichtteil muß sich der Spieler zuerst für eine Würfelgruppe entscheiden, d.h er muß wählen, ob er grundsätzlich lieber einen Stadtteil beliefern oder aber Kamele oder Gold bekommen möchte. Nun kann er entweder die Anzahl von Würfeln in der Gruppe an Waren liefern oder sich die Anzahl an Würfeln als Kamele oder Gold geben lassen. Alternativ kann er jedoch auch den Aufseher um die Anzahl an Würfeln an Feldern weiterbewegen - der Laden an dem der Aufseher zum Stehen kommt, liefert sofort seine Ware an die Karawane. Als dritte Möglichkeit kann er sich eine der Karten vom Stapel nehmen. Gleich wie der Spieler sich entscheidet, die Würfel werden auf jedem Fall vom Brett genommen und stehen so für den nächsten Spieler nicht mehr zur Verfügung. Freiwillig kann dann der Spieler noch entscheiden, Kamele und/oder Gold in ein Gebäude zu investieren. Gebäude bringen Vorteile beim Erhalt von Kamelen oder Gold, beim Beliefern der Basare oder beim Beladen der Karawane, zusätzlich bekommt der Spieler ab dem dritten Gebäude Siegpunkte.

Am Ende jedes Tages wechselt der Startspieler. Am Ende jeder Woche, auch der letzten, kommt es zu einer Wertung der vollständig belieferten Basare und der Karawane. Die Waren aus den Läden werden an die Spieler zurückgegeben, die Waren auf der Karawane jedoch verbleiben dort, bis die Karawane vollständig beladen ist. Sieger ist, wer nach der dritten Wertung die meisten Siegpunkte sammeln konnte.

Fazit

Yspahan ist nun schon das vierte erfolgreiche Strategiespiel des kleinen französischen Verlags Ystari. Wie bei den Vorgängern weisen auch bei Yspahan alle Spielelemente eine gut durchdachte Symbolik auf, die recht schnell das Spielen der anspruchsvollen Spiele ohne Anleitung ermöglicht. Im Fall von Yspahan führt dies dazu, daß im Regelfall nach einmaliger Lektüre die vorbildlichen Anleitung zur Seite gelegt werden kann. Besonders interessant ist der Warenverteilungsschlüssel mittels Würfeln, ein sehr ungewöhnlicher Weg, der sich nicht negativ auf die Entscheidungsmöglichkeiten der Spieler auswirkt, sondern lediglich den Spielverlauf abwechslungsreicher gestaltet. Ungewöhnlich ist auch, daß es mit Yspahan gleichermaßen gelungen, ist ein Spiel für Gelegenheitspieler wie auch für geübtere Spieler zu entwickeln. Gelegenheitsspieler sollten auf jeden Fall mal ein Auge auf Yspahan werfen, Freunde des Strategiespiels kommen wohl um Yspahan nicht herum.

Erweiterung

Keine

Weblinks

Beschreibung auf der Verlagsseite