von Frank Winkler
Zuerst eine Warnung diese Geschichte hat kaum etwas mit dem
Scheibenweltzyklus zu tun (abgesehen von einem schwarzgewandeten Sensenträger,
der wieder in Großbuchstaben spricht). Schauplatz ist England in der Jetztzeit,
wo die Bürokratie der Hölle den Antichristen auf die Erde gebracht
hat, um das Jüngste Gericht einzuleiten.
Allerdings läuft einiges schief (wenn der Antichrist schon Adam heißt...) und
zu allem Überfluss finden Erziraphel (ein Engel) und Crowley (ein Engel der
nicht gefallen ist, sondern eher gemütlich nach unten schlenderte), daß
die Erde ein viel zu schöner Ort ist um unterzugehen. Als wäre die ganze Sache
noch nicht kompliziert genug, mischen sich auch noch eine Nachwuchshexe und
diverse Hexenjäger in die Ereignisse ein.
Terry Pratchett und Neil Gaiman haben eine Story abgeliefert, die den Leser
kaum losläßt und zu schweren Lachanfällen reizt. Engel und Dämonen lassen
in ihren Handlungsweisen und ihrem teils schwarzen Humor sehr oft an Don Camillo
und Peppone denken, was aber der ganzen Geschichte nur gut tut. Die Handlung
nimmt überraschende Wendungen und zeigt, daß Pratchett mit dem Alter immer
besser wird und auch einiges an augenzwinkernder Lebenserfahrung einfließen
lassen kann. Neben Seitenhieben gegen den Londoner Stadtverkehr bekommen auch
andere unverzichtbare Berufsgruppen, wie Manager und Verkehrspolizisten reichlich
ihr Fett ab.
Wer wissen will, warum man besser nie zu einer Hexenverbrennung geht, oder weshalb
TOD, KRIEG, HUNGER und UMWELTVERSCHMUTZUNG jetzt Motorrad fahren, dem sei dieses
Buch empfohlen.
"Ein Gutes Omen"
Terry Pratchett
ISBN 3-453-12677-7
DM 16,90