Von Frank Winkler

Bekanntlich braucht man ja drei Hexen, um einen idealen Hexenzirkel zu haben (wenn es drei sind, kann eine Streit schlichten). Fällt die Jüngste durch Heirat aus, stehen Oma Wetterwachs und Nanny Org vor einem großen Problem.
Talentierter Nachwuchs ist rar und die einzige in Frage kommende Kandidatin
hat leider beschlossen, die Spitzhornberge zu verlassen, um in Ankh-Morpork
eine Karriere als Sängerin zu machen. Da allerdings nichts und niemand
die zwei größten Hexen der Scheibenwelt aufhalten kann, wenn sie
sich wieder einmal ungebeten in die Angelegenheiten anderer Leute einmischen
wollen, stehen dem Opernhaus am Ankh wirklich schwere Zeiten bevor.
Nicht nur daß die zwei Hexen die Gewölbe unsicher machen, terrorisiert
auch noch ein Phantom (natürlich mit Maske), ein Mörder und diverse
von Starallüren geplagte Sängerinnen, Musiker und die Stadtwache den
genervten neuen (un)glücklichen Besitzer.
In weiteren Nebenrollen: Der Bibliothekar (Uugh?), eine Sopranistin, die in
Dolby Surround singt und natürlich jener Herr, der Schwarz bevorzugt und
in GROSSBUCHSTABEN redet.
Alles in allem eine tolle Story, mit einem Schuß Weisheit, zum Schreien komisch und so geschrieben, daß mensch das Buch nur mit Bedauern aus der Hand legt. Wer Spaß an nicht ganz so bierernster Fantasy hat und teilweise knochentrockenen Britischen Humor mag, kann hier nichts falsch machen.
Terry Pratchet
Mummenschanz
Goldmann ISBN 3-442-41593-4
18.- DM