Dungeons & Dragons - der Film


von Ylva Spörle

D und D Bild

Der Film führte uns also in der Welt von Dungeons&Dragons.
Ort der Handlung war eine Insel, deren Lage in der AD&D Welt leider verschwiegen wurde. Damit hatten die Macher dieses Films ihre erste Chance verpaßt, wenigstens den Kennern und Eingeweihten etwas Identifikation zu bieten. Wo zum Geier liegt die Insel Izmir? Und warum gibt es auf dieser Insel dunkelhäutige Elfen - keine Dunkelelfen, wohlgemerkt. Aber das kann den Nichtrollenspielern ja schnuppe sein.

Die Story folgte dem üblichen Gut/Böse-Schema: Böser Magier will der guten Königin ans Leder, um die Macht an sich zu reißen. Was sonst. Warum hat mensch nicht einfach eines der AD&D-Bücher verfilmt? Brauchbaren Stoff hätte es genug gegeben.

Stattdessen wurde wahllos und völlig sinnfrei alles zusammengeklaut, was sich nicht rechtzeitig aus Filmen wie "Indiana Jones" oder gar "Mortal Kombat" in die Sicherheit des Copyright flüchten konnte. Selbst ein Last-Minute-Abenteuer aus der Feder eines verzweifelten Spielleiters zeigt mehr Phanatsie als dieser Film.
Aber das war noch eines der geringsten Ärgernisse. Viel ärgerlicher waren die vielen Pannen im Plot, wie z.B. eine wichtige Karte, hinter der ein Bösewicht her war, die aber eigentlich für die Handlung keine Rolle spielte, außer daß die "Helden" wegen ihr verfolgt wurden. Oder große Laternen, die sich der durch Gänge schleichende Held dicht ans Gesicht hielt, damit er garantiert nichts sehen konnte.

Die Charaktere waren sowieso Abziehbilder - nicht daß ich was anderes erwartet hätte. Aber die Klischees waren nicht mal witzig überzeichnet und die Texte zum Davonlaufen. Da darf natürlich auch das Klischee nicht fehlen, daß männliche Hauptfiguren sich in weibliche Hauptfiguren verlieben, damit diese dann per Gefangennahme als Druckmittel verwendet werden können. Diese weibliche Hauptfigur darf dann zur Abwechslung ein bis dreimal zaubern und einmal erfolgreich zuschlagen, aber das war's dann auch schon.

Für die Figur der bedrohten Königin hat sich der Drehbuchschreiber die albern umgesetzte "Kindliche Kaiserin" aus der gleichermaßen unsäglichen Verfilmung "Unendliche Geschichte" ausgeborgt, die mit ähnlich piepsig synchronisierter Stimme banal-schmalzige Dinge von sich geben durfte und der ich partout nicht abnehmen konnte, daß sie auch nur im Entferntesten ein Zauberzepter zu bedienen weiß.
Irgendwer hat hier außerdem noch zuviel "Shadow Menace" geguckt und deshalb einen Tolpatsch eingebaut, der hier (ohne lange Flatterohren) als Dieb herumdilettierte. Nicht nur, daß die Slapstick-Nummern ziemlich nervtötend waren und keineswegs lustig. Ich habe mich auch gefragt, wie so ein Dieb in einer Welt, in der Handabschlagen und Todesstrafe als gängige Strafmaßnahmen gelten, eigentlich die letzten zehn Jahre überlebt hat. Das hat auch nichts mehr mit Fantasy zu tun, das ist Zuschauerverarschung.

Aber der Titel zumindest stimmt, "Dungeons" gab's einige und Drachen eine Menge. Da in den Dungeons leider immer nur die männliche Hauptfigur sein Geschick beweisen durfte, verkümmerte auch der wundervolle Aspekt des "Teamworks" (der für gutes Rollenspiel spricht) zu einer Randerscheinung.

Die gerenderten Drachen waren das einzig nette an dem Film. Ein Schwarm riesiger Steinzeitviecher bekämpfte sich, flog um einen Wald von Türmen herum und startete einen Angriff auf DEN großen Magierturm. Warum wohl so viele Drachen EINEN Turm (auch wenn er mit Magiern proppenvoll ist) nicht zu Fall bringen konnten? Wer braucht schon Plotlogik.

Der Panoramablick auf die Hauptstadt der Insel war bedauerlicherweise nicht computergeneriert, so daß die Kulisse so grauenhaft unecht wirkte wie die Planetenoberflächen in der ersten Star Trek Staffel. Nur daß sie nicht den gleichen B-Movie Charme besaß wie jene.

Also, liebe RollenspielerInnen: Legt lieber noch ein paar Mark drauf und kauft Euch den CONAN auf DVD. Der bleibt immer noch der beste Fantasy Film, den es bislang gab.