von Keven
Wer dachte, Dream Theater würden nach dem eher
durchwachsenem letzten Album Six Degrees Of Inner Turbulence weiter schwächeln,
sieht sich getäuscht. Denn was bei dem neuen Album sofort auffällt, ist der,
für Dream Theater Verhältnisse, sehr moderne, harte und baßlastige Sound. Die
Gitarre klingt heftiger denn je. Frontmann James LaBrie überrascht mit ungewohnt
hartem Gesang, über Mike Portnoy´s Drumming muß man wohl keine Worte verlieren.
Die Keyboards wurden etwas zurückgeschraubt.
Den Auftakt macht mit "As I Am " die erste Singleauskopplung. Ein tierischer
Groover, der sich sofort im Hirn festsetzt und ewig hängen bleibt. Der Song
handelt davon, seinen eigenen Weg zu gehen, "man selbst" zu sein und sich sein
Leben nicht diktieren zu lassen, egal was andere sagen. In der Single-Version
wurde der Song stark gekürzt. "This Dying Soul" beginnt mit schnellen Double-Bass
Rhythmen, um dann von ruhigen Vocals aufgefangen zu werden. Danach zieht das
Tempo wieder an und wird im instrumentalen Mittelteil sogar noch schneller.
Der Anfang von "Endless Sacrifice" ist stark balladenlastig ausgefallen, was
sich etwa bis Mitte des Stückes durchzieht. Die 2. Hälfte ist dann deutlich
härter, rockiger und flotter. Besonders hervorzuheben ist der verspielte Instrumentalteil.
"Honor Thy Father" ist fast die gesamte Spielzeit eine Uptempo Granate. Der
einzige schwache Song ist wohl "Vacant", der auf Gesang-, Piano- und Celloklängen
basiert. Mit weniger als 3 Minuten Spielzeit ist dies auch der kürzeste Song
und somit, gemäß den "101 Regeln des Prog", ohnehin kein "Progressive". Das
Stück geht nahtlos in das einzige Instrumentalstück des Albums über, "Stream
Of Consciousness". Eine Spielwiese für jeden der 4 Musiker an den Instrumenten,
die sich hier nach Herzenslust austoben dürfen. Den Abschluß des Albums bildet
das fast 15-minütige "In The Name Of God". Der Song greift die Thematik des
religiösen Sektenkultes und Fundamentalismus' auf. Ein hartes, aber melodisches
Stück mit mit ein paar derben Textpassagen.
Unterm Strich kann man wohl behaupten, daß Dream Theater mit diesem Album weiterhin
die Spitzenposition im Prog halten und sogar ausbauen konnten. Dream Teater
haben hier sogar fast ihr Meisterwerk "Images And Words" getoppt. Für alle Fans
harter, melodischer und komplexer Musik ein absoloutes Muß, für alle Dream Theater
Fans sowieso.