von Gerhard
Groß angekündigt und mit einem schicken
Flugblatt ausgestattet, sollte das diesjährige Sommerfest größer
werden als das letzte. Alle waren dafür und begeistert.
Aber wie das Lebens so spielt, blieb die Planung des Festes im Wesentlichen
an zwei Leuten hängen, deren Adrenalinspiegel sich bis zum Fest zum Teil
in bedenkliche Höhen schraubte.
Weil das Wetter anfangs gar nicht so berauschend aussah, und ein bis dato eigentlich
zugesagter Pavillon sehr kurzfristig doch nicht mehr erhältlich war, wurden
in aller Eile noch ein paar Marktschirme organisiert und von freundlichen Helfern
aufgestellt (Danke Andreas). Auch für Kühlung wurde gesorgt, denn
die Heinzelmännchen hatten auch diesen aus dem HBH in den Garten geschafft.
Am Tag X dann - die Sonne schien, die Vöglein zwitscherten, alles war friedlich
- rieselten die Mitglieder und auch andere bekannte Gesichter in den Garten,
um für wenig Geld viel Spaß zu haben. Es gab jede Menge Vampire,
viele Tischrollenspieler, die LARP-Fraktion aus Fulda und die LARP-Fraktion
des EINHORN eV fanden zu einem Gipfeltreffen zusammen.
Und siehe da, die Draußen-Fanatiker fanden die Sache mit den Schirmen
überhaupt nicht abwegig, sondern belegten gleich die besten Plätze.
Die übrigen Gäste bewegten sich bis zum Einbruch der Dunkelheit munter
von einer Ecke des Gartens in die andere - besonders in die eine Ecke, wo die
Musik nicht nur gespielt, sondern zuweilen auch zugunsten einer "ich-hab-da-eine-ganz-tolle-Band"-Einlage
ausgetauscht wurde.
Erste Klasse waren übrigens die Steaks, kein Gedanke an zähe, fettige
Schuhsohlen, wie ich sie schon oft genossen habe. Nicht so prickelnd war dagegen
der Kartoffelsalat - der Hersteller wollte wohl die höchstens durchschnittliche
Qualität der Kartoffeln mit besonders viel pappiger Mayonnnaise übertünchen.
Aber egal, ich wurde trotzdem satt und auch unser Müllschlucker Herr Mitternacht
ist bestimmt nicht hungrig nach Hause gegangen.
Ein lebendes Überraschungsei gab es gegen Mitternacht in Form von Günther:
Jawohl, der Brummelwirt aus dem Schwabi, unserer Haus-und-Hofkneipe, beehrte
uns mit einem Besuch. Er schnappte sich trotz Standgas gleich mal ein kühles
Blondes, was von etlichen Leuten mit anfeuernden "Günther, Günther!"
Rufen quittiert wurde. Der so Gefeierte war nicht minder erstaunt, auf der grünen
Wiese und unter dem Schirm nahezu die Mehrheit seiner üblichen donnerstäglichen
Kundschaft wiederzuerkennen.
Zu vorgerückter Stunde wurde das allgemeine Umherwuseln wohl weniger, war
aber nicht minder unterhaltsam. Es gab sinnige und unsinnige Gespräche,
den geistigen Totalausfall eines Rockmusikers (na ja, diese Evolutionsgeschichte
ist ja auch wirklich ein abstruses Konstrukt) und durch Ethanol geförderter
intensiver Minnesang, der in einem kleinen Mißgeschick mit (glücklicherweise
reversiblen) Kollateralschaden mündete - nein, es war nicht der Präsi,
der Trockenschwimmen wollte! Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch.
Um es kurz zu sagen, die Anwesenden haben sich gut amüsiert. Mit Sicherheit
werden wir die meisten in einem Jahr wiederum zum ANDERWELT-Sommerfest begrüßen
können.