von Gerhard + Ylva
Am Samstag den 06. September setzten sich in
Hanau drei Fahrzeuge in Richtung Nürnberg in Bewegung. Ziel war der Besuch
des regelmäßig stattfindenden Demon-Cons des Spielevereins Twilight-Games
e.V.. Waren bei den voran gegangenen beiden Besuchen nur jeweils eine Handvoll
Anderweltler bereit, die Strapazen der Reise auf sich zu nehmen, so zählten
wir dieses mal stolze zwölf Reisewillige! Darunter auch fünf mutige
Vampire, die sich auf ein Kräftemessen mit den dort ansässigen Vampiren
freuten.
Das Con fand in der gleichen Halle statt wie die Veranstaltung im letzten September.
Auch diesmal konnten die Veranstalter eine Zunahme der Besucherzahl verzeichnen
- wächst das Con weiterhin, wird vielleicht im übernächsten Jahr
eine größere Halle notwendig sein. Und die Veranstalter haben alles
getan, um dies zu erreichen. Schon im Vorfeld wurde die Veranstaltung mit einer
einfachen, aber informativen Website beworben. So konnten Spielrunden angemeldet,
Mitfahrgelegenheiten gesucht oder Kontaktadressen für komfortabele Übernachtungsmöglichkeiten
gefunden werden. Eine Beschreibung der vielen geplanten Attraktionen und natürlich
eine interaktive Wegbeschreibung via "www.map24.de" rundeten das Bild
ab. Aber die Vorbereitungen der Veranstalter endeten hier nicht . Erstbesuchern
wiesen gut sichtbar angebrachte Schilder schon weit vor dem Veranstaltungsort
den Weg. Trotzdem unkten manche, sie hätten sie nicht rechtzeitig bemerkt
- wohl dem, der einen guten Beifahrer hat!
Mit der Menge an angebotenen und geplanten Attraktionen konnten wieder einmal
Maßstäbe gesetzt werden. Gleich mehrere Meisterschaften, darunter
sogar die erste offizielle Weltmeisterschaft für Formula Dé wurden
ausgerichtet. Das ebenfalls angekündigte Turnier für "Siedler
- das Kartenspiel" fiel mangels Interesse allerdings aus. Auch unter den
Anderweltlern hatte sich niemand gefunden, der hier hätte mitmachen wollen.
Vermutlich lag es, wie bei den anderen Besuchern des Cons, daran, daß
dieses Spiel niemand kannte. Und das Brettspiel dazu gehört ja auch nicht
gerade zu den Rennern bei uns im Verein.
Neben der mittlerweile fast obligatorischen Tombola konnten Besucher mitgebrachte
und nicht mehr benötigte Spiele, Bücher und sonstige Dinge auf einem
Flohmarkt an Interessierte verkaufen. So konnte für wenig Geld für
unseren Verein eine deutsche Ausgabe von Talisman in gutem Zustand erworben
werden, für das wir ja auch eine Sektion auf unserer Seite haben. Talisman
wird in Deutschland nicht mehr hergestellt und hat in einigen Kreisen Kultstatus,
sodaß man bei Ebay ein erklecklichen Sümmchen hinblättern muß,
um es zu ersteigern. Wir erinnern uns, es handelt sich dabei um ein Spiel, das
sogar von hartgesotten Rollenspiel-Fundis gelegentlich gespielt wird. Ohne da
jetzt einen Namen zu nennen...
Der Schwerpunkt der Angebote lag wie im letzten Jahr bei Tabletop und Simulationsspielen.
Dazu waren an vielen Tischen fantastisch ausgestattete Landschaften und Miniaturen
aufgebaut. An einem Tisch, an dem Luftkämpfe aus dem 2. Weltkrieg nachgestellt
wurden, hatten zwei Teilnehmer sich dazu in passende Uniformen gekleidet. Sogar
eine Sumo-Ringkampfsimulation fand sich im Angebot, Nörgler meinten allerdings,
das Spiel sei zu ereignislos. Tatsächlich erwies es sich als nicht sehr
anspruchsvoll, aber mit ein bißchen Bier am Abend erscheint es durchaus
brauchbar.
Daneben gab es aber auch klassisches Tischrollenspiel wie (A)D&D oder DSA.
Zu letzterem boten zwei erfahrene DSA-Spielleiter, die auch schon bei offiziellen
Hobby-Autoren-Ausscheidungen gute Platzierungen erreicht hatten, Runden an.
Hervorragend war übrigens wieder einmal das Catering. Reichhaltig war das
Angebot an Speisen und Getränken, die fast rund um die Uhr angeboten wurden.
Eine besondere Hochachtung gebührt der selbstgemachten Pizza, die am Samstag
Abend angeboten wurde. Für so viele Gäste mit einem handelsüblichen
Ofen Pizza nach Wahl anzufertigen ist als logistische Meisterleistung zu bezeichnen.
Offenbar wurden von der Orga ware Heerscharen von Helfern rekrutiert, um diese
Arbeit zu stemmen. Etwas schwieriger war die Versorgung mit dem geliebten Weizenbier.
Offiziell durfte bei dieser Veranstaltung kein Alkohol angeboten werden. Lediglich
durch den guten Kontakt zu Teilen des Twilight-Games Vorstands konnte der Bedarf
gedeckt werden. Dieser Kontakt bescherte auch den meisten im Rahmen von Andertours
angereisten Besuchern einen ungestörteren Schlafplatz. Mußten die
normalen Besucher sich mit einer Ecke in der Halle oder dem Vorraum begnügen,
so wurde für uns ein Umkleideraum reserviert. An dieser Stelle noch einmal
herzlichen Dank an den Vorstand von Twilight-Games e.V.! Daß die Schlafqualität
sich bei einigen dennoch stark in Grenzen hielt, war den harten Matten zu verdanken,
sowie der eigenwilligen Tür, die nicht richtig schließen wollte,
und den Mitreisenden, die jeden Neuankömmling im "Schlafsaal"
erst einmal durch andauerndes Gespräch begrüßen mußten.
Aber schließlich sind wir ja auch nicht zum schlafen hin gefahren...
Bei einer so großen Veranstaltung kann natürlich nicht immer alles
glattgehen, der eine oder die andere wird vielleicht mit einem Angebot nicht
zufrieden sein. Schade war, daß wie erwähnt die angesetzte offene
Bayrische Vereinsmeisterschaft im "Siedler - das Kartenspiel" mangels
Teilnehmer nicht stattfinden konnte, was natürlich nicht dem Veranstalter
anzulasten ist.
Erstaunt und ein bißchen enttäuscht waren unsere Vampire über
die Art und Weise, wie außerhalb von Hessen Vampire-Live-Rollenspiel gespielt
wird. Geradezu entsetzt waren sie darüber, daß dort das Kräftemessen
zwischen Charakteren mit einem "Schere, Stein, Papier"-ähnlichen
Verfahren und nicht durch Ausspielen ermittelt werden. Andere Länder, andere
Sitten, könnte man einwenden. Aber mußte es denn gerade "Schnick,
Schnack, Schnuck" sein? Die unterschiedlichen Fertigkeitswerte auf den
Charakterbögen wurden damit ad absurdum geführt. Den Anderwelt-Vampiren
verging der Spielspaß und sie warfen das (natürlich pechschwarze)
Handtuch, um sich zu nicht-blutsaugerisch tätigen Anderweltlern zu gesellen.
Auch das Catering war zwar gut, aber nicht perfekt: So ehrenhaft die Idee mit
der selbstgemachten Pizza auch war, so vergingen bedingt durch die praktische
sequentielle Verarbeitung für viele Hungrige Stunden zwischen Bestellung
und Essen. Dennoch, sie hat wirklich gut geschmeckt!
Fast schade war es, als das Con sich dem Ende näherte. Bis zum Sonntag
Morgen hatte man schließlich hier und da ein paar Kontakte zu anderen
Besuchern geknüpft und hätte diese vielleicht gerne noch etwas intensiviert.
Mir fällt es etwas schwer, eine Veranstaltung mit weit über 100 Besuchern
als familiär zu bezeichen, selbst wenn mein Gefühl etwas anderes sagt.
Ich habe mich mal wieder wohl gefühlt beim Demon-Con! Hier noch ein Wort
an die Mitreisenden aus dem Anderwelt-Umfeld. Wenn Ihr Euch bei einer künftigen
Veranstaltung etwas früher entscheiden könntet, wäre es durchaus
möglich, einen kleinen Bus anzumieten. Dann würde die Party schon
ein wenig früher losgehen! Wir müßten dann nur noch auswürfeln,
wer fährt...