von Gerhard + Ylva
Nach und nach tröpfelten die Spieler und
NSCs im Laufe des Donnerstages im Pfadfinderlager "Kühles Tal",
gelegen beim Luftkurort von Friedrichroda, ein. Das Tröpfeln ist wörtlich
zu verstehen; da Spieler und vor allem wichtige NSCs zum geplanten Start um
16:00 Uhr noch nicht in ausreichender Zahl vorhanden waren, verzögerte
sich das Intime auf ca. 19:00 Uhr. Kein Problem, schließlich gab es noch
eine Menge vorzubereiten, bekannte Gesichter aus "Schattenmacher I"
mußten gebührend begrüßt, und das eine oder andere Bier
gemeinsam getrunken werden.
Wie auch schon bei "Schattenmacher I" stand eine Taverne als Mittelpunkt
des Lagers zur Verfügung. Zu gerne kehrten die Spieler hier ein, nicht
zuletzt, weil es doch immer wieder etwas Interessantes zu hören gab. Dieses
Mal konnte auch für Vollverpflegung gesorgt werden: Holger Pabst, Kassenwart
von unserem Partnerverein TWILIGHT e.V. aus der Nähe von Nürnberg
nebst einem weiterem Vereinsmitglied dieses Vereins hatten sich bereiterklärt,
das Catering zu übernehmen. Und die Jungs machten das wirklich gut! Mit
Hilfe von zwei großen Schwenkgrills, bei denen auch große Töpfe
eingehängt werden konnten, wurde an allen drei Tagen die deftige und vorzügliche
Hauptmahlzeit ambientegerecht zubereitet. Obwohl die altgedienten LARPies eher
Selbstversorgung gewohnt sind und sich deshalb nur 16 Leute angemeldet hatten,
hatten wir am zweiten Abend schon 22 "Mitesser"! Auch wurde die Essensbeschaffung
in das Spiel integriert: Zwei erfahrene Jäger erlegten einen kapitalen
(Papier)-Hirsch für das Essen am zweiten Tag, wofür sie auch mit einem
kühlen Bier belohnt wurden, und das Einfangen eines Bienenstocks zur Gewinnung
des Hongigs brachte den tapferen Hobby-Imkern eine Flasche köstlichen Met.
Vielen Dank an Holger und Jürgen, wir werden hoffentlich noch das eine
oder andere gemeinsame Projekt haben!
Schon am zweiten Tag stellte sich bei den Besuchern das für gute LARP-Veranstaltungen
charakteristische Gemeinschaftsgefühl ein. Alle waren eine große
Familie, deren Mitglieder sich gegenseitig akzeptierten und schätzten,
selbst wenn sie "In-Time" gegeneinander spielten. Lediglich eine aus
acht Personen bestehende eingeschworene Gruppe, darunter auch einige LARP-Anfänger,
konnte sich nicht so recht in die Gemeinschaft einfinden. Den Integrationsversuchen
erfahrener LARPies und der Spielleitung wurden eher mistrauisch begegnet. Selbst
wenn sich auch hier zum Sonntag hin erste Kontakte ergaben, das LARP hätte
noch einige Tage dauern müssen, um die Spieler vollständig zu integrieren.
So hatten die Neulinge, wohl aufgrund mangelhafter Vorbereitung und/oder falscher
Erwartungshaltung offensichtlich nur wenig Spaß.
Ein weiterer bitterer Tropfen war das Wetter, denn das "Kühle Tal"
wurde seinem Namen nur spätabends halbwegs gerecht. Bei brütender
Hitze und Waldbrandstufe 3 (außer an der Feuerstelle war kein offenes
Feuer erlaubt) schmolz der Elan förmlich wie Butter in der Sonne und so
manche gute Idee blieb unverwirklicht. Was man der der Orga aber auf keinen
Fall anlasten kann...
Über Langeweile konnten die Spieler sich nämlich wahrlich nicht beklagen.
Die Zahl der Informationen war Legion, die eine oder andere Nebenhandlung beschäftigte
die Spieler. Überhaupt waren viele Details liebevoll vorbereitet worden.
Ein Höhepunkt war hierbei ein Dungeon, das unter der Leitung einiger erfahrener
LARPies aus dem EINHORN e.V. aufgebaut wurde (Danke Andreas, war echt Klasse
von Euch!). Nicht nur, daß sie die Strapazen der langen Anfahrt gleich
zweimal auf sich nahmen (zum Aufbau wie zum Abbau), übernahmen sie die
Zerlegung des "Verlieses" vollständig alleine. Viele Details
- etwa Gesichtsmasken für Monster - standen als Leihgabe aus dem Einhorn-Fundus
zur Verfügung. Besonders gute Dienste leistete hierbei ein Satz Sprechfunkgeräte
für die Spielleitung. Vielen Dank nochmal an den EINHORN e.V. für
die Unterstützung. Mal sehen, wie wir uns da revanchieren können.
Ist es im Rahmen einer solchen Rezension kaum möglich, über alle Details
einer solchen großen Veranstaltungen zu berichten, ist es noch weniger
möglich, den Leser am erlebten Gemeinschaftgefühl teilhaben zu lassen.
Das LARP hat sich auf jeden Fall gelohnt: Den Spielern hat es Spaß bereitet
- dafür sprechen schon die positiven Reaktionen der Besucher im Forum der
Pallyndina-Seite. Die Orga hat ihre Sache wirklich gut gemacht. Danke vor allem
an Jens, Steffi und Ylva, und nicht zu vergessen die anderen Orga-Mitglieder
und Spielleiter aus dem Ostlandeverband. Auch für ANDERWELT war dieses
LARP wichtig, wieder einmal konnte eine Veranstaltung den Namen unseres Vereins
etwas bekannter machen.
Die Zuhausegebliebenen, aber vor allem die Spötter kann man nur bemitleiden
- wieder Mal habt Ihr ein hervoragendes Ereignis verpaßt! Aber vielleicht
habt Ihr ja noch eine Chance, wenn vielleicht schon im nächstes Jahr zu
"Schattenmacher III" eingeladen wird. Genug unbekannte Geschichten
und noch immer lose Handlungsfäden gibt es dafür.
Weitere Informationen und natürlich Fotos gibt es unter http://www.pallyndina.de;
und natürlich werden einige ausgewählte Bilder auch den Weg in unsere
Heldengalerie finden.