Aqua Romana (Queen Games)


von Gerhard

Aqua Romana ist vom Konzept her ein klassisches Anlegespiel das im antiken Rom angesiedelt ist. Ausgehend von einem Wasserreservoir bauen die Spieler möglichst lange Aquädukte. Da die Spielelemente auf einem Spielbrett angelegt werden, begrenzen sich die Spieler schon bald gegenseitig im Wachstum. Gewonnen hat, wer am Ende des Spiels in Summe für seine Aquädukte die meisten Punkte erreichen konnte.

Das relative große Spielbrett besteht vor allem aus der aus Quadtraten zusammengesetzten Spielfläche, auf der die Aquädukte nach und nach enstehen und einer umgebenden Leiste, die einer Punkteleiste nicht unähnlich ist. Am oberen Ende ist rechts ein Raum aus der Vogelperspektive abgebildet, daneben befinden sich zwanzig, durchnummerierte Säulen. Dazu kommen 84 quadratische Kärtchen mit je einem von insgesamt vier verschiedenen Aquädukt-Bauelementen, je nach Anzahl der Spieler drei oder vier kleine Arbeiterfiguren und siebzehn große Baumeisterfiguren.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Wasserreservoir, das auf die durch Regeln vorgegebenen Stellen im Spielfeld gelegt wird und Spielfiguren die auf die Abflüsse gestellt werden. Anschließend werden reihum von den Spielern Baumeister auf die das Spielfeld umgebende Leiste gestellt. Die Baumeister sind auffallend große Spielfiguren aus Holz, die auf der Brust und dem Rücken jeweils eine Abbildung eines der verschiedenen Aquädukt-Bauelemente tragen. Ein Arbeiter eines Spielers kann nur ein Aquädukt-Bauelement bauen das sich auf einem Baumeister befindet, der sich waagrecht oder senkrecht auf seiner Höhe befindet. Ein Arbeiter kann also maximal die Auswahl zwischen vier verschiedenen Baumeistern haben. Nach Verwendung rückt der Baumeister dann im Uhrzeigersinn auf das nächste freie Feld der umgebenden Leiste. Von den so auf bestimmte Bauelementen spezialisierten Baumeistern wird je einer zur späteren Verwendung in den oben genannten Raum gestellt, hinzu kommt ein besonderer Baumeister der eine Joker-Funktion hat.

Im Spiel bauen die Spieler reihum - nach Möglichkeit - immer an einer ihrer Aquädukte weiter, der Arbeiter zieht immer auf dem neu entstandenen Teilstück bis zum Ende der Strecke. Ist es nicht mehr möglich ein Aquädukt fortzusetzen so gilt dies als abgeschlossen und wird mit einem Punkt pro Element gewertet. Der nun nicht mehr benötigte Arbeiter wird auf die Siegessäule mit der entsprechenden Punktzahl gesetzt falls diese noch frei ist. Ist sie schon besetzt so muß der Arbeiter mit dem nächsten freien Platz auf einer niedrigeren Säule Vorlieb nehmen. Darüber hinaus kann der Spieler dessen Aquädukt abgeschlossen wurde, einen der Reservebaumeister ins Spiel bringen, dies natürlich nur solange der Vorrat reicht. Das Spiel endet wenn eine Runde lang jeder Spieler passen mußte, weil kein Baumeister in geeigneter Position stand oder alle Aquäkukte abgeschlossen sind. Die Arbeiter auf den höchsten drei Säulen erhalten zusätzlich Bonuspunkte und schließlich entscheidet die Summe der Punkte über Sieg oder Niederlage.

Leider ist der Erfolg nicht richtig planbar in Aqua Romana. Zu sehr ist man davon abhängig zum rechten Zeitpunkt in Sichtkontakt mit dem richtigen Baumeister zu stehen, und sei es nur um sich gegen einen Mitspieler zu verteidigen, der einem das Wasser abgraben will. Auch löst sich die eine oder andere strategische Idee in Luft auf, nur weil ein anderer Spieler einen bestimmten Baumeister benutzt hat. Und erst recht gibt es lange Gesichter wenn man zum Spielende hin nicht die erhofften vielen Punkte für ein langes Aquädukt bekommt sondern mit erheblich weniger Punkten vorlieb nehmen muß nur weil schon so viele Säulen belegt sind. Eine tolle Belohnung wenn man bis zu letzt durchgehalten hat. Kritik gibt es leider auch beim Spielbrett, zwar sind die Kacheln genauso groß wie die Kärtchen mit den Aquädukt-Elementen, jedoch befindet sich immer zwischen zwei Kacheln eine angedeutet Fuge. Das hat zur Folge das bei dichtem Aneinanderlegen der Kärtchen schnell ein unschöner Versatz enststeht. Durch den Zwang zur Lücke sieht das Spielbrett immer etwas unordentlich aus. Ein Spieler von Aqua Romana sollte auf keinen Fall zartbesaitet sein und darf sich nichts daraus machen wenn es aufgrund der erbauten aber nicht erhaltenen Punktzahl wieder mal nicht geklappt hat. Ich würde sagen das Spiel ist Geschmackssache.