von Gerhard
Bei Attika kämpfen bis zu vier griechische Stadtstaaten um die Vormachtsstellung im Land. Unter Berücksichtigung örtlich vorhandener Ressourcen versuchen die Spieler möglichst schnell ihren Staat aufzubauen. Durch den begrenzten Platz entstehen schnell Konfrontationen, man versucht dem Gegner den Weg zu Ressourcen und Örtlichkeiten abzuschneiden und sich selbst die fruchtbarsten Landstriche zu sichern.
Zu Beginn werden in Abhängigkeit zur Anzahl der Spieler vier, sechs oder acht
Spielplanteile zu einer vorgebenen Form zusammengelegt. Die übrigbleibenden Spielplanteile werden
werden erst im späterern Spielverlauf angelegt.
Jedes Spielplanteil weist sieben sechseckige Felder auf, in denen teilweise Ressourcensymbole
abgebildet sind. An den Ecken der so entstandenen Grundfläche werden nun Heiligtümer plaziert.
Jeder Spieler erhält 30 Gebäudeplättchen, die zufällig und verdeckt in vier Stapeln angeordnet
werden. Dabei gibt es eine Unterscheidung zwischen Hauptgebäuden und normalen Gebäuden.
Darüberhinaus erhält jeder Spieler eine Ablagetafel, auf der alle Gebäude in Gruppen zusammengefaßt
abgebildet sind. Landschaftskarten, auf denen die gleichen Ressourcensymbole wie auf den
Spielplanteilen zu sehen sind, dienen im Spielverlauf dazu, den Bau von Gebäuden zu bezahlen. So
benötigt z.B. der Bau eines Hafens drei Wassersymbole und ein Baumsymbol.
In jeder Runde stehen mit dem "Aufdecken" und dem "Bauen"
von Gebäuden zwei grundsätzliche Zugmöglichkeiten zur Verfügung. Entscheidet man sich dafür ZWEI
Gebäudeplättchen aufzudecken, kann man diese entweder sofort verbauen oder sie auf seine
Ablagetafel ablegen. Um Gebäudeplättchen verbauen zu können, müssen die jeweils auf den Plättchen
abgebildete Ressourcen bezahlt werden. Schon auf dem Spielplanteil befindliche und an das zu
bauende Gebäude angrenzende Ressourcensymbole werden berücksichtigt und senken somit die Kosten für
den Bau. Eine fehlende Ressource kann durch zwei beliebige andere ersetzt werden. Wird eine Gruppe
von zusammenhängenden Gebäuden nach der auf der Ablagetafel abgebildeten Reihenfolge gebaut, fallen
nur Kosten für das Hauptgebäude an, die weiteren Gebäude können kostenfrei angebaut werden. Gelingt
es, eine solche Gruppe in der richtigen Anordnung aufzubauen, erhält der Spieler dafür eine Amphore
als Belohnung, die er jederzeit für einen Aufdeck- oder Bauzug einsetzen werden kann.
Braucht ein Spieler beim Aufdecken einen seiner Ablagestapel auf, nimmt er anschließend ein neues
Spielplanteil vom Stapel und legt es an eine beliebige Stelle des Spielfeldes an.
Alternativ zum Aufdecken von Gebäudeplättchen können auch DREI schon aufgedeckte und auf der
Ablagetafel abgelegten Gebäudeplättchen verbaut werden.
Ein Spieler kann auch ganz oder teilweise auf das "Aufdecken" oder "Bauen"
verzichten. Für jedes nicht ausgeführte "Aufdecken" oder "Bauen" darf er eine
Landschaftskarte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen.
Gewinner ist, wer entweder zuerst zwei Heiligtümer mit seinen Gebäuden verbindet, oder alle seine Gebäudeplättchen verbaut hat.
Attika ist eher als taktisches Spiel einzustufen, viele Anlegemöglichkeiten
entdeckt man erst beim wiederholten Spielen. Obwohl es eigentlich nur zwei Zugmöglichkeiten gibt,
das "Aufdecken" und das "Bauen", muß immer abgewogen werden, ob eine
Baumaßnahmen zum gebenen Zeitpunkt finanzierbar ist oder ob etwa ein Gegenspieler abgeblockt werden
muß. Ein guter Rat ist, immer genügend Landschaftskarten auf der Hand zu haben, um handlungsfähig
zu bleiben.
Der Glücksanteil des Spiels ist akzteptabel, ein Spieler kann unter Umständen die Gebäude einer
Gruppe nacheinander aufdecken. Die Gestaltung der Spielelemente ist - wie bei Hans im Glück üblich
- sehr gut. Für Liebhaber taktischer Spiele kann ich das Spiel empfehlen.