von Gerhard
Der Legende nach leben in den abgeschiedenen Dörfern
von Shangrila die weisesten Menschen der Welt. In jedem Dorf lebt mindestens
einer, der Meister in einem von sieben Wissensgebieten ist. Viele Meister bilden
schließlich auch Schüler solange aus, bis sie weise genug sind, um
ihr Dorf zu verlassen und sich anderswo niederzulassen.
Die Aufgabe der Spieler ist es hierbei, diese Schüler in den sieben Wissensgebieten
auszubilden und schließlich auf die Wanderschaft zu schicken. Nur in der
Fremde kann der Schüler selbst zum Meister zu werden. Das Spiel gewinnt,
wer am Ende die meisten Meister auf dem Spielbrett hat.
Das Spielbrett zeigt eine Gebirgslandschaft mit dreizehn Dörfern. Tiefe
Schluchten grenzen diese voneinander ab. Die Dörfer sind mit Straßen
verbunden, die mittels hölzerner Brücken die Schluchten überwinden.
In jedem Dorf ist Platz für einen Meister der sieben Wissensgebiete. Jeder
Spieler verfügt über je sechs Meisterplättchen der einzelnen
Fachbereiche.
Zu Beginn legt jeder Spieler je einen Meister für jedes Wissensgebiet auf
die Dörfer. Dabei dürfen nicht mehr als zwei Meister eines Volkes
und nicht mehr als drei Meister insgesamt in einem Dorf liegen.
Ist ein Spieler am Zug, so hat er die Wahl zwische drei Verschiedenen Aktionen.
Er kann EIN Meisterplättchen auf ein freies Feld in einem Dorf legen, in
dem er schon mit einem anderen Meister vertreten ist. Alternativ kann er ZWEI
Meisterplättchen auf den Rücken seiner Meister legen, wodurch diese
Plättchen nun als Schüler gelten.
Oder er kann sich entscheiden, Schüler wandern zu lassen. Beim Wandern
verlassen ALLE Schüler eines Dorfes ihren Meister und versuchen ihr Glück
im Nachbardorf. Ob dies gelingt, ist abhängig davon, ob das neue Dorf stärker
oder schwächer ist als das Heimatdorf. Hierzu wird die Gesamtzahl der Plättchen
in den beiden Döfern vor der Wanderung verglichen. Ist das Heimatdorf stärker,
so werden die dort befindlichen Meister samt Schüler vertrieben, ist es
schwächer, so können Schüler nur in Disziplinen Meister werden,
in denen es noch keinen Meister gibt.
Nach erfolgter Wanderung wird die Brücke zwischen den Dörfern entfernt.
Hat ein Dorf keinen Zugang mehr, so ist es heilig. Sobald zwölf der dreizehn
Dörfer heilig sind, ist das Spiel beendet.
Trotz der einfachen Regeln ist das Spiel überaus komplex. Als reines Taktikspiel
hat es keine Glückskomponente und ist somit weniger für Gelegenheitspieler
geeignet. Sehr wichtig ist es, die Aktionen der Mitspieler genau zu beobachten,
um nicht von einer Wanderung, besser einem Angriff überrascht zu werden.
Überhaupt erscheint das Spiel recht aggressiv. Für Liebhaber taktischer
Spiele ist "Die Brücken von Shangrila" unbedingt empfehlenswert.