Autor: Jordy Adan
Alter: 14+
Spieler: 1 - 100(!)
Dauer: 30 - 45 Minuten
Link BGG:
cartographers-roll-player-tale
Der Kartograph ist ein "Flip & Write"-Spiel von Thunderwork Games, dass in Deutschland von
Pegasus vertrieben wird.
"Flip&Write"-Spiel? Schon wieder so ein Begriff aus dem Fach-Chinesisch eingefleischter Spieler.
Seit vielen Jahren sind "Roll & Write"-Spiele in der Spieleszene gängig. Das bekannteste (vielleicht
auch das älteste) ist ohne Frage "Kniffel". Es wird gewürfelt ("Roll"), eine der verfügbaren
Wertungen ausgewählt und auf einem Zettel notiert ("Write"). In den letzten Jahren kamen sehr
viele Enkel von Kniffel auf den Markt, abstraktere wie etwa "Qwixx" oder thematischere wie etwa
"Silver&Gold" (wurde auch immer wieder mal bei unserem Stammtisch gespielt). Beim "Flip&Write"
wird nun statt zu würfeln einfach eine Karte aufgedeckt. So einfach kann es sein :-).
Kommen wir zu "Der Kartograph". Das Spiel ist das dritte Spiel aus dem "Roleplayer"-Universum.
Bei "Der Kartograph" kam der König auf die Idee, die nördlichen Lande zu erschließen zu lassen.
Klar, dazu ist es erst mal notwendig die Landschaft zu kartieren. Und - wie es der Zufall so will - ist
dies nun eure Aufgabe.
Das Spiel erstreckt sich über ein Jahr, die vier (unterschiedlich langen) Spielrunden stehen für die
vier Jahreszeiten. Begonnen wird im Frühjahr. Zu Beginn werden Karten mit den Buchstaben A-D
ausgelegt und dann - zufällig - je eine Wertungskarte von den vier verschiedenen Wertungstypen
zugeordnet. Die Anzeigekarten für die aktuelle Jahreszeit weisen eine Buchstabenkombination auf.
Wie im Kennerspiel des Jahres 2016 "Isle of Skye" werden in jeder Jahreszeit nur immer zwei der
vier Wertungskarten verwendet, jedoch in unterschiedlichen Kombinationen.
Jeder Spieler bekommt einen Landkartenzettel, auf dem nach und nach die erkundete Landschaft
eingezeichnet wird. Hierzu werden - für alle Spieler - Erkundungskarten aufgedeckt. Diese
Erkundungskarten weisen ein oder zwei Landschaftssymbole und ein oder zwei an Tetris erinnernde
Formen auf. Die Landschaft muss dann in dieser vorgebenen Form auf Landkartenzettel
eingezeichnet werden. Die Grundform kann dabei beliebig gedreht und gespiegelt werden. Die
Erkundungskarten haben einen Zeitwert, der beim Aufdecken zu den bislang aufgedeckten addiert
wird. Beim Erreichen des auf der Jahreszeitenkarten befindlichen Werts ist die Jahreszeit vorbei. In
jeder Jahreszeit wird zudem ein Hinterhalt in Gestalt eines Monsters in das Deck der
Erkundungskarten gemischt. Wird eines davon aufgedeckt, darf der benachbarte Spieler, die auf
der Monsterkarte abgebildete Grundform in den Landkartenzettel zeichnen. Die Monster bringen
am Spielende Minuspunkte für angrenzende leere Felder und sollten deshalb baldmöglichst umbaut
werden.
Eine Mini-Erweiterung ist auch schon Teil des Spiels. Zusätzliche Karten geben den Spielern
Fertigkeiten. So kann dann ein Spieler etwa über den Rand der Landkarte hinauszeichnen oder eine
zusätzliche Form einzeichnen.
"Der Kartograph" gehört definitiv zu den komplexeren "Roll&Write"-Spielen.
Mir gefällt die Variabilität des Spiels. Die unterschiedlichen Wertungen im Laufe einer Partie, die
unterschiedlichen Erkundungskarten. Einen zusätzlichen Pfiff bekommt das Ganze noch mit den Fertigkeiten.
Auch eignet sich "Der Kartograph" für Online-Runden, wobei nur einer das Spiel besitzen muss. Die
Landkartenzettel kann man einfach bei Pegasus herunterladen
(https://pegasusshop.de/media/pdf/da/2e/b0/51310G_Block_Der_Kartograph.pdf);
dann
braucht man nur noch einen Stift. Lediglich das Versprechen auf große Thematik kann das Spiel
nicht erfüllen, die Nähe zum Roleplayer Universum ist so im Spielverlauf nicht zu erkennen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VJ1WvhQn4AE