Mississippi Queen


Spiel des Jahres 1997

von Gerhard

Bei Mississippi Queen liefern sich drei bis fünf Schaufelraddampfer ein Wettrennen. Der Mississippi setzt sich hierbei aus zwölf sechseckigen Spielbrettern zusammen, die nach dem Puzzle-Prinzip zusammengesteckt werden. Ein Auswürfeln des Anlegerichtung während des Spiels ermöglicht einen abwechslungsreichen und von Spiel zu Spiel unterschiedlichen Flußlauf. Mitten im Fluß sind immer wieder kleine Inseln zu sehen, die teilweise eine Anlegestelle aufweisen. Die Grafik der Karten ist mit Linien überzogen, die hexagonalförmige Felder bilden. Die aus Kunststoff bestehenden Dampfer haben auf beiden Seiten drehbare, oder besser wendbare Schaufelräder, die zum einen die aktuelle Geschwindigkeit und zum anderen den vorhandenen Kohlevorrat anzeigen. Ärgerlich ist hierbei, dass die Schaufelräder lediglich mit einem mit Zahlen bedruckten Klebstreifen versehen sind, die sich schon bald vom Rad ablösen. In jedem Zug ist nun die Geschwindigkeitsänderung von einem Zähler und eine Wendung um 60 Grad kostenfrei möglich. Größere Geschwindigkeitsänderungen oder Wendemanöver verringern den Kohlevorrat. Ein Dampfer ohne Kohle scheidet aus. Interessant ist die variable Zugreihenfolge für jede Spielrunde, die von der aktuellen Position der Dampfer bestimmt wird. Auf dem Weg vom Starthafen zum Zielhafen müssen die Kapitäne von den oben erwähnten kleinen Inseln mit Anlegestelle zwei Fahrgäste einsammeln. Hierbei muß die Geschwindigkeit rechtzeitig vorher reduziert werden, denn eine Anlegestelle kann nur mit Geschwindigkeit "1" angelaufen werden. Um das strategische Planen der optimalen Fahrrinne etwas zu erschweren, aber auch um den niederträchtigen unter den Spielern zu etwas mehr Spaß zu verhelfen, gibt es die Möglichkeit, einen Vorausfahrenden Dampfer abzudrängen. Der betroffene Kapitän kann sein Schiff zwar ohne den Einsatz von Kohle neu ausrichten, muß sich aber eine neue Fahrrinne suchen. Alles in allem ein guter Mix von Spielelementen. Ein variables Spielfeld, Bewegung der Spielfigur ohne den Einfluß von Glück, ein Wettstreit mit den anderen Spielern. Obwohl der Autor offensichtlich alles richtig gemacht hat, will das Spiel keinen rechten Spaß machen. Vor allem wenn man "Missippi Queen" mit anderen Spielen dieser Gattung vergleicht (etwa "Formula DE") wirkt das Spiel etwas "farblos". Probierts einfach mal selbst aus, kaufen lohnt sich nur bei einem absoluten "Nice Price".