Autor: Rainer Knizia
Spieler: 2 - 4
Dauer: ca. 30 Minuten
Link BGG:
https://boardgamegeek.com/boardgame/295486/my-city
My City ist ein Nicht-Kooperatives Legacy-Spiel, das bei Kosmos erschienen ist.
Und schon wieder so ein Begriff aus der Brettspielerszene. Legacy-Spiel. Weiß eigentlich jeder was
damit gemeint ist? Ein Legacy-Spiel entwickelt sich von Spiel zu Spiel weiter. Neues Spielmaterial
kommt hinzu (und damit neue Regeln), bekanntes verschwindet. Häufig wird das Spielbrett durch
Aufkleber oder Beschriftungen modifiziert und fast immer auch eine Geschichte weiter erzählt.
Legacy-Spiele sind eine Spielform die es bislang eigentlich nur im Bereich der Kennerspiele gab.
Und nun hat sich einer der bekanntesten deutschen Spielautoren (vermutlich auch DER), Rainer
Knizia, also auch mit diesem Konzept beschäftigt. Allerdings - nicht selbstverständlich - in einer
Nicht-Kooperativen Form.
Nun, worum geht es in "My City"? Genau genommen ist "My City" ein Anlegespiel. An "Tetris"
erinnernde Plättchen (die Gebäude) werden auf einen Spielplan mit einer in Quadrate aufgeteilten
Landschaft gepuzzelt. Jeder Spieler hat dabei seinen eigenen Spielplan, der sich dann über 24
Level individuell verändert. Beim Puzzeln ist zum Beispiel zu beachten dass bestimmte Felder nicht,
andere aber auf jeden Fall überbaut werden sollten. Flüsse etwa können nicht direkt, sondern nur
durch zwei angrenzende Gebäude überbaut werden. Alle drei Runden wird ein Umschlag geöffnet,
in dem dann die Änderungen des weiteren Spielablaufs zu finden sind. So kann es in einer Runde
besonders ertragreich sein Gebäude, gleicher Art angrenzend zu bauen, in einer anderen hingegen
unterschiedliche Gebäude an ein auf dem Spielplan befindliches Element. Nach jeder Runde erfolgt
eine Zwischenwertung, die unter Umständen zu einer weiteren Veränderung des Spielbretts führen
kann.
Hat die Spielergruppe den 24. Level beendet und den Sieger gekürt, muss das Spiel aber noch
nicht zum Müll. Auf der Rückseite der Spielbretter befindet sich ein neutraler Plan für das
sogenannte "Ewige Spiel". Dieser Plan, der laut Hunter und Cron einen Schwierigkeitsgrad von
etwa Level 10 hat, verändert sich nicht und kann so immer wieder bespielt werden.
Klar, "My City" ist kein "Gloomhaven" oder "Charterstone". Das will es aber auch nicht. Ziel von
Rainer Knizia war, das Konzept eines sich stets verändernden Spiels für Familien und
Gelegenheitsspieler zugänglich zu machen. Die Spieldauer einer Runde ist mit 30 Minuten
angegeben. Man könnte also ohne Probleme mehre Levels direkt nacheinander spielen - selbst mit
Kindern. Ob die anvisierte Zielgruppe den Weg mitgehen mag oder nicht kann ich nicht beurteilen.
Ich könnte mir aber vorstellen, gewinnt das Spiel den roten Pöppel, gibt es bald in Deutschland
eine ganze Reihe unvollendeter "My City"s.
Hier ein Link zu einer Rezension von Hunter und Cron:
https://www.youtube.com/watch?v=-DWgmlDF1P4