Race For The Galaxy (Abacus)


von Gerhard

Race For The Galaxy (RFTG) gehört in die Gruppe der Kartenspiele. Ausgehend von einem Heimatplaneten versuchen zwei bis fünf Spieler ihre Zivilisation auszubauen. Dies geschieht durch das entwickeln neuer Technologien und besiedeln neuer Planeten. Aber nicht alle Rassen im Universum sind friedlich - zuweilen ist auch millitärisches Vorgehen notwendig.

Bei RFTG gibt es zwei verschiedene Arten von Karten: Entwicklungen und Planeten. Nach Entrichtung der anfallenden Kosten können diese offen auf den Tisch gelegt werden und bilden so die sogenannte Auslage. Vor- und Nachteile einer jeden auf dem Tisch liegenden Karten ergänzen sich, zum Beispiel kann ein Bonus künftige Entwicklungskosten reduzieren oder erhöhter Verbrauch von Gütern eines Planeten die Wirtschaft ankurbeln. Auf jeder Karte sind links oben die Kosten für das Ausspielen der Karte und die Siegpunkte am Spielende zu sehen. Die Karten haben noch weitere Funktionen. So sind anfallende Kosten für Entwicklungen und Siedeln mit Handkarten zu bezahlen, außerdem werden nicht aufgedeckte Karten als Güter auf Produktionswelten gelegt. Sollte der Nachziehstapel im Laufe des Spiels aufgebraucht werden, so wird er durch den gemischten Ablagestapel ersetzt.

Wie bei vielen modernen Brettspielen ist auch bei RFTG eine Runde in Phasen unterteilt. Jedoch wird eine Phase nur dann gespielt wenn mindestens ein Spieler dies wünscht. Hierfür hat jeder Spieler einen Satz an Aktionskarten, von denen zu Beginn einer Runde von jedem Spieler eine ausgewählt wird. Hat ein Spieler eine Phase gewählt, so hat er gegenüber den Spielern die sie nicht gewählt haben einen Vorteil, zum Beispiel ist der Bonus bei der Phase "Entwickeln" eine Reduktion der Entwicklungskosten.

Das Spiel ist beendet wenn entweder die zu Beginn des Spieles ausgelegten Siegpunkteplättchen aufgebraucht sind, oder wenn ein Spieler zwölf oder mehr Karten in seiner Auslage hat. Die Summe von Siegpunkten durch ausgespielte Entwicklungen, besiedelte oder eroberte Welten und gesammelten Siegpunkteplättchen entscheidet über den Sieg.

Beim Spiel mit zwei Spielern bekommt jeder Spieler zwei weitere Aktionskarten, von denen zu Beginn der Runde jeweils zwei ausgewählt werden.

RFTG ist genau wie Blue Moon City oder Dominion ein Spiel mit deutlicher Verwandschaft zu Trading Card Games. Durch die vielen unterschiedlichen Karten und den Wechselwirkungen entsteht ein komplexes Spiel - ständig muss der Spieler Entscheidungen treffen, von den nicht wenige spielentscheidend sein können. Die Karten haben ein schönes und praktisches Layout, die Boni und Mali werden durch eine gut durchdachte Symbolik angezeigt. Die Symbolik muss zwar zu Beginn erst mal gelernt werden, ist aber so schlüssig dass schon bald die Anleitung nicht mehr gebraucht wird. Die Funktion einiger Karten - vor allem in Wechselwirkung mit anderen - muss zuweilen diskutiert werden, vor allem bei unerfahrenen Spielern. Durch die Komplexität des Spiels ist es nicht einfach zu erklären, Gelegenheitsspieler können dadurch durchaus abgeschreckt werden. RFTG ist ein Spiel mit hoher Langzeitmotivation und großem Suchtfaktor. Für Spieler die sich von komplizierteren Spielen nicht abschrecken lassen, kann ich RFTG absolut empfehlen.