Autor: James A. Wilson
Spieler: 1-4
Dauer: 40-80 Min
Rating BGG: 8,1/10
Schwierigkeit BGG: 2,8/5
Link BGG: Everdell
Everdell ist ein Worker-Placement-Spiel, das in Deutschland von Pegasus vertrieben wird.
von Gerhard
Im wunderschönen Tal von Everdell leben unterschiedliche Tiere im Schatten des riesigen Immergrün-Baums. Die Spieler entscheiden sich, wer die Igel, die Mäuse, die Eichhörnchen oder die Schildkröten spielen möchte. In insgesamt vier Jahreszeiten geht es darum, eine eigene Stadt zu gründen und Bewohner einziehen zu lassen. Dafür müssen die Tiere unterschiedliche Rohstoffe sammeln und für Gebäude und Einwohner investieren.
Die Anzahl von Aktionsmöglichkeiten ist übersichtlich. Zum einen können die Tiere auf unterschiedliche Rohstoffquellen eingesetzt werden (1), Handkarten können mit den Rohstoffen bezahlt und in die Stadt gebaut werden (2). Stehen nicht mehr genügend Tiere, Rohstoffe und/oder Handkarten zur Verfügung wird es Zeit die Jahreszeit zu wechseln. Bei diesem "Passen" werden die Tiere wieder vom Spielbrett zurückgenommen und je nach neuer Jahreszeit gibt es auch einen Bonus (3). Am Ende des Herbsts wird überprüft, welcher Spieler beim Städtebau und der Besiedlung durch Einwohner am erfolgreichsten war.
Aller Anfang ist erst einmal schwer. Das Spiel beginnt in den letzten Tagen des Winters, die Spieler starten mit nur zwei Tieren. Damit können aber nur wenige Rohstoffe gesammelt und Handkarten ausgespielt werden. Zum Glück bekommen die Spieler beim Übergang in eine neue Jahreszeit nach und nach mehr Tiere - mehr Aktionen können getätigt werden. Beim Ausspielen der Karten muss auf Synergie-Effekte geachtet werden. Viele gebaute Gebäude ermöglichen den Zuzug von bestimmten Bewohnern kostenlos. Auch gehören die Karten zu unterschiedlichen, an Farbe und Symbol erkennbaren Kartengruppen. Es gibt zum Beispiel Karten mit einmaligem Effekt beim Ausspielen, Karten mit einem Produktionseffekt oder Karten, die sich nur in der Schlusswertung auswirken. Bei Everdell ist der Übergang der Jahreszeiten nicht synchron - die Spieler wechseln individuell, was zur Folge haben kann, dass ein Spieler deutlich vor den anderen (vor allem erfahreneren) Spielern das Spiel beendet.
Kommen wir zum Spielmaterial. Die Grafik der Karten und des Spielbretts ist einfach großartig, der eine oder andere wird jedoch die recht klein gewählte Schriftart darauf bemängeln. Der in meiner Einleitung erwähnte Immergrün-Baum wird zu Beginn des Spiels zusammen gesteckt und bildet eine immerhin 26 Zentimeter hohe Skulptur. Jedoch hat er keine wesentliche Funktion, darauf zu verzichten könnte auf dem einen oder anderen Spieltisch die Übersicht über das Brett erleichtern. Auch die Rohstoffe sind schön gestaltet, lediglich die Münzen sind (in der Standard-Version des Spiels) aus Pappe.
Richtig, Spiele, bei denen mit eingesetzten Arbeitern Rohstoffe gesammelt und mit deren Hilfe eine Stadt gegründet wird, sind keine wirkliche Seltenheit. Sicher aber gehört Everdell zu den optisch schönsten Worker-Placement-Spielen die mir bislang in die Finger gekommen sind. Die Beschränkung auf nur drei Aktionsmöglichkeiten und die gute Abstimmung der Spielmechanismen ermöglichen einen guten Einstieg in die Welt der Kennerspiele. Das auf 14 Jahre festgesetzte Einstiegsalter erscheint mir doch ein wenig zu hoch. Ich empfinde Everdell als liebevoll illustriertes Brettspiel mit hohem Wiederspielwert.