Säulen der Erde (Kosmos) - Deutscher Spielepreis in Gold 2007


von Nicole

Das Spiel erstreckt sich über sechs Runden, die durch das Entstehen einer hölzernen Kathedrale in der Mitte des Spielbretts illustriert werden. In jeder Runde werden zuerst von allen Spielern Arbeiter eingesetzt um Rohstoffe abzubauen oder für Gold Handwerker angeworben, die Rohstoffe weiterbearbeiten. Danach werden Baumeisterfiguren in den Farben der Spieler in ein Säckchen gegeben, die dann nach und nach gezogen werden; der jeweilige Spieler entscheidet wo auf dem Spielbrett sein Baumeister eingesetzt werden soll. Das Spielbrett hat neben einer umgebenden Zählleiste für Siegpunkte vierzehn Stationen, die um die Baustelle der Kathedrale angeordnet sind. Bei den meisten Stationen kann sich der Spieler durch das Einsetzen eines Baumeisters Vorteile verschaffen. So schützt etwa das Entsenden von einem Baumeister zum Bischofssitz vor negativen Ereignissen, oder ermöglicht das Einsetzen auf dem Markt zum Handel mit Rohstoffen. Allerdings können die meisten Stationen nur von einem Baumeister besucht werden, wer zuerst kommt mahlt zuerst. Um diesen Vorteil etwas auszugleichen entstehen bei den ersten sieben gezogenen Baumeistern Einsatzkosten, die sich nach und nach reduzieren.

Nach dem Einsetzen der Baumeister werden die Stationen ausgewertet. Der Bau der Kathedrale ist dabei der die letzte Station. Hierbei verbauen die Spieler die zuvor abgebauten oder erworbenen Rohstoffe mit Hilfe der Handwerker. Je nach verwendeten Materialien und Fertigkeiten der Handwerker erlangt der Spieler so mehr oder weniger Punkte, für die dann ein Zählstein auf der Punktliste entsprechend weitergerückt wird. Gewonnen hat, wer nach Ablauf der sechsten Runde die meisten Siegespunkte sammeln konnte.

"Säulen der Erde" bietet den Spielern Handlungs- und Entscheidungsfreiheit. Weil aber die Einsetzreihenfolge der Baumeister zufällig ist, und die meisten Stationen nur ein oder zweimal besetzt werden können, kann durchaus ein Ungleichgewicht zwischen den Spielern enstehen. Die Austattung des Spiels ist reichhaltig, der Spielplan und die Karten schön gezeichnet. Die Spielregeln sind ausführlich und leicht verständlich beschrieben. Die Spielzeit wird mit 90 bis 120 Minuten angegeben, zumindest bei den ersten Spieldurchläufen sollte etwas mehr Zeit eingeplant werden. Das Thema des zugrunde liegenden Romans wurde gut umgesetzt, allerdings ist es nicht erforderlich den Roman zu kennen. Das Spiel ist eher für regelmäßige Spieler zu empfehlen, allerdings sollten diese sich nicht am recht hohen Glücksanteil stören.