von Martin Ruth
Wäre ein Spiel mit anderem Namen, aber mit gleichen Inhalt und gleichen Regeln
erschienen, so hätte jede Kritik folgenden Satz enthalten: "Das Spiel ist eine schlechte,
abgemagerte und auf zwei Personen reduzierte Kopie vom 'Spiel des Jahres 95', nämlich
'Die Siedler von Catan' ". So aber ist das Spiel ein leider nur teilweise gelungener
Versuch, das Originalspiel auf zwei Spieler zu beschränken - oder auch ein Versuch, unbedingt ein
möglichst ähnliches und doch anderes Spiel zu schaffen. Im Grunde hat sich wenig verändert, immer
noch müssen Siedlungen und Städte gebaut werden, immer noch stiehlt man dem Mitspieler Handkarten.
Neu sind die Ereigniskarten und der verstärkt wichtige Gebäudeaufbau. Sehr eingeschränkt ist die
eigene Mitbestimmung bei zum Beispiel der Wahl/Beschaffung neuer Rohstoffquellen, und sehr
krampfhaft wirkt die Verteilung und Handhabung der Rohstoffe im Spiel.
Zeitweise kann die Runde zu einem ständigen Kartentauschen verkommen, da viele der Karten nur
eingeschränkt eingesetzt werden können. Zu den bisher erhältlichen Rohstoffen ist zwecks
Herstellung der Geometrie ein Sechster hinzugekommen. Das Gold macht seinem Namen alle Ehre, zwar
ist es leider nur bei wenigen Bauten erforderlich, erfüllt aber als Handelsobjekt (Geld) seinen
Zweck. Es ist vorstellbar, dass mit zwei Kästen eine Variante mit 3-4 Spielern möglich wäre, welche
den Spielspaß des Originals zurückbringt. Regelanpassungen wären kaum vonnöten.