Stone Age (Hans im Glück)


von Gerhard

Bei Stone Age führen die Spieler einen kleinen Stamm durch den Alltag der Steinzeit. Es gilt Ackerbau zu entwickeln, Rohstoffe für Hütten und Werkeuge oder Handel abzubauen oder etwa Kulturgüter wie Musik oder Schrift zu erlangen. Nur sollte bei all den vielen Aufgaben nicht vergessen werden für das leibliche Wohl der Stammesangehörigen zu sorgen...

Die Basis des Spiels ist ein liebevoll illustriertes und gut durchdachtes Spielbrett. Im Vordergrund befindet sich eine kleine Ansammlung von Hütten, weiter im Hintergrund eine Wiese, ein kleiner Wald, eine Lehmgrube und ein Gebirgsmassiv und an der rechten Seite des Spielbretts ergießt sich ein Wasserfall. Dünne Linien markieren den Ablageplatz des Spielmaterials, kleine Kreise kennzeichnen Positionen auf den im Spielverlauf Spielfiguren eingesetzt werden können. Auf der linken Seite befindet sich eine kleine Zählleiste mit einem Ährensymbol, das Spielbrett selbst ist mit einer Zählleiste für die Siegpunkte umgeben.

Das Spielmaterial besteht aus kleinen Karten aus festerem Karton - den Hüttenkarten und größeren Karten - den Zivilisationskarten. Verschieden große, runde Scheiben sind mit Zahlen beschriftet und dienen als Nahrungseinheiten. Unterschiedlich geformte und gefärbte Holzklötzchen dienen als Rohstoffe, kleine quadratische Kärtchen als Werkzeuge.

Zu Beginn erhält jeder Spieler fünf Spielfiguren seiner Farbe, die übrigen gehen in einen allgemeinen Vorrat. Darüber hinaus bekommt er eine kleine Ablagetafel, auf der sich auch eine Tabelle zur Berechnung der Schlußpunkte befindet und zwölf Nahrungseinheiten.

Das Spielprinzip ist einfach und spätestens seit Caylus oder Säulen der Erde bekannt. In der ersten Phase jeder Runde setzen die Spieler - beginnend mit dem Startspieler - ihre Stammesangehörigen auf die mit kleinen Kreisen gekennzeichneten Stellen auf dem Spielbrett. Hierbei gibt es eine Fülle von Möglichkeiten; Stammesangehörige die beispielsweise im Wald eingesetzt werden schlagen Holz, im Fluß gibt es Gold zu finden, beim Schmied wird ein Werkzeug hergestellt und bei der Kuschelhütte... Die Anzahl Stammesangehöriger, die auf die verschiedenen Bereiche gesetzt werden könnnen variert dabei, lediglich ein Bereich - die Wiese - kann beliebig viele Figuren aufnehmen.

Sobald alle Spieler ihre Stammesangehörige gesetzt haben beginnt die zweite Phase. Nun nehmen die Spieler - wieder beginnend mit dem Startspieler - ihre Stammesangehörigen wieder zurück und bekommen dabei Rohstoffe, Werkzeuge, Nahrung, Hütten... je nachdem wo sie gestanden haben. Beim Erwerb von Rohstoffen hat sich der Autor etwas gutes einfallen lassen, für jeden eingesetzten Stammesangehörigen wird ein sechseitiger Würfel geworfen, die Summe der Augen dann durch den Wert des jeweiligen Rohstoffs geteilt, Werkzeuge können eingesetzt werden um die Summe zu verbessern.

Die dritte und letzte Phase der Runde dient der Ernährung, für jeden Stammesangehörigen ist eine Nahrungseinheit abzugeben, Ackerbau reduziert dabei die Kosten. Können nicht alle Stammesangehörigen ernährt werden muß für jede fehlende Nahrungseinheit einen Rohstoff bezahlt werden. Will oder kann man das nicht, so schlägt dies mit zehn Minuspunkten zu Buche. Als nächstes wechselt der Startspieler und eine neue Runde des Spiels beginnt.

Zu Ende ist das Spiel wenn eines von zwei möglichen Ereignissen eintritt. Wird im Laufe einer Runde ein Stapel der Hüttenkarten aufbraucht, so wird die Runde nur noch zu Ende gespielt. Ist es nicht mehr möglich die ausliegenden Zivilsationskarten auf vier zu ergänzen, so wird keine neue Runde mehr begonnen. Die Spieldauer ist somit stark von der Spielweise der Spieler abhängig.

Nachdem es schon einige Spiele dieser Art gibt, kann das Spiel leider nicht mehr als innovativ bezeichnet werden. Dennoch, das Spiel ist eine runde Sache, eine Vielzahl von Spielstrategien ist denkbar und keine scheint dabei der Königsweg zu sein. Eine ganze Reihe von Spielmechanismen anderer Spiele ist hier neu und kreativ verknüpft worden, etwa dass die Spieler wie bei Zug um Zug im Laufe des Spiels Siegpunkten erhalten, die meisten aber erst bei der Schlussabrechnung - so bleibt es bis zum Schluss spannend. Das Spielbrett und die Spielelemente sind sehr liebevoll illustriert, eine durchdachte Symbolik erübrigt schon bald den Griff zur sehr guten Anleitung. Stone Age spielt sich sehr flüssig und macht viel Spaß - selbst wenn man nicht gewonnen hat. Ich mag das Spiel und kann es Freunden taktischer Spiele absolut empfehlen.