Ubongo - Verrückt und zugelegt! (Kosmos)


von Gerhard

Ubongo ist ein dem Tangram ähnliches Puzzlespiel, bei dem unter Zeitdruck aus Quadraten zusammengesetze, unregelmäßige Flächen mit den Spielelementen abgedeckt werden müssen.

Das aus zwei Teilen zusammengesetzte Spielbrett ist wesentlich länger als breit. Durch die Aufteilung in sechs Bahnen erinnert es etwas an die Bahnen für den Hundertmeterlauf in der Leichtathletik. Jede der Bahnen weist zwölf Löcher auf, die zu Beginn des Spieles zufällig mit verschiedenfarbigen Perlen belegt werden. Je nach Anzahl der Spieler werden Spielfiguren auf den Anfang der Bahnen gestellt. Darüber hinaus gibt es sechsunddreißig, beidseitig bedruckte Legetäfelchen von denen immer so viele verwendet werden, dass neun Runden gespielt werden können. Die beiden Seiten der Legetäfelchen ermöglichen ein Spiel mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Jeder Spieler erhält einen Satz von zwölf geometrisch unterschiedlichen Spielelementen, mit denen die eingangs erwähnten unregelmäßigen Flächen abgedeckt werden müssen. Je nach Schwierigkeitsgrad werden werden vor der Runde jeweils drei oder vier Elemente hierfür ausgewählt, die entsprechende Kombination ist einer Legende auf den Legetäfelchen zu entnehmen.

Zu Beginn jeder Runde erhält jeder Spieler ein Legetäfelchen. Mit einem Symbolwürfel bestimmt der Startspieler, mit welcher Kombination der Spielelemente die Aufgaben zu lösen sind. Nach dem Herumdrehen der im Spielumfang enthaltenen Sanduhr versuchen nun die Spieler, möglichst schnell die Spielelemente so aneinander zu legen, dass die unregelmäßige Fläche auf dem Legetäfelchen vollständig bedeckt ist. Gelingt dies einem Spieler, so ruft er "Ubongo" und wendet sich jetzt dem zusammengesetzten Spielbrett mit den Perlen zu. Je nach Reihenfolge beim Lösen der Aufgabe darf der Spieler nun die Bahn wechseln; der erste bis zu drei Felder, der zweite noch bis zu zwei und so weiter. Darauf hin nimmt sich der Spieler die ersten beiden Perlen aus der gewählten Bahn. Allerdings gilt hier "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", so kann es durchaus vorkommen, dass der Spieler, der seine Aufgabe als zweites beendet hat, dem ersten die Perlen wegschnappt, dieser muß dann mit den nächsten beiden Vorlieb nehmen. Und all das muß innerhalb der Spielzeit von ca. 45 Sekunden geschehen. Gelingt es dem Spieler, seine Aufgabe zu lösen, aber nicht auch noch Perlen zu nehmen, so geht er in dieser Runde leer aus.

Das Spiel endet nach neun Runden, der Spieler mit den meisten Perlen einer Farbe gewinnt. Bei Gleichstand entscheidet ein Vergleich der zweithäufigsten Farbe.

Ubongo ist ein Spiel, das sich eher an Familien und Gelegenheitsspieler richtet. Die Aufmachung ist gut, wenn auch das afrikanisch angelehnte Design etwas gewöhnungsbedüftig ist. Die fast unzähligen Kombinationsmöglichkeiten der Spielelemente in Verbindung mit den zwei Schwierigkeitsgraden lassen das Spiel nicht so schnell langweilig werden.

Der Reiz des Spieles besteht aus der Hektik in Verbindung mit der Wettbewerbssituation der Spieler, es fällt beim Spielen überhaupt nicht auf, dass es praktisch keinen Raum (aber auch keine Zeit) für taktische Überlegungen gibt. Die Spielregeln sind gut verständlich, das Spiel lädt bei nur zwanzig bis dreißig Minuten Länge oft zu einer weiteren Partie ein. Für den genannten Personenkreis und für Hobby-Spieler, die nach einem Spieleabend nochmal einen kleinen "Absacker" haben möchten, ist Ubongo durchaus zu empfehlen.