Union Pacific (Amigo)


von Gerhard

Union Pacific ist zeitlich zu Beginn der Gründung der Eisenbahngesellschaften in den USA angesiedelt. Durch geschickte Investionen werden nach und nach die großen amerikanischen Städte miteinander verbunden. Entscheident ist Haupt- oder Nebenaktionär bei den noch kleinen Gesellschaften zu werden um dann bei Gewinnausschüttungen kräftig zu verdienen.

Auf dem großem Spielbrett ist ein Schienennetz im US-Amerikanischen Teil von Nordamerika zu sehen. Einige Städte sind besonders hervorgehoben, es sind die Gründungsstädte der zehn Einsenbahngesellschaften. Das Schienennetz ist jedoch nicht homogen, insgesamt gibt es vier verschiedenen Streckentypen. Nur die potentiell größte Gesellschaft - El Paso & Rio Grande - kann ihre Züge auf allen Streckentypen einsetzen. Ein sehr nützliches, zu Beginn des Spieles ausgeteiltes Referenzkärtchen gibt unter anderem darüber Auskunft welche Gesellschaft welche Streckentypen benutzen kann. Darüber hinaus erfährt der Spieler noch wie weit die Gesellschaften ausgebaut werden können und wie viele Aktien es jeweils gibt.

Insgesamt sind im Spiel 131 Lokomotiven in den Farben der zehn Gesellschaften enthalten. Die städteverbindenden Schienen besitzen ein bis vier markierte Felder auf denen die Lokomotiven eingesetzt werden können. Weil eine Gesellschaft maximal eine Lokomotive auf einer Verbindung einsetzen kann, können große Strecken von bis zu vier Gesellschaften genutzt werden. Beim Einsetzen muß die neu gewählte Strecke immer Anschluß an den Heimatbahnhof haben.

Eine elfte Gesellschaft - Union Pacific - stellt eine Sonderfom dar. Union Pacific - heute die größte Eisenbahngesellschaft der USA - hat ihre Größe vor allem durch Übernahmen unzähliger kleiner Gesellschaften und nicht durch selbstständige Erschließungen erreicht. Deshalb gibt es auch lediglich Aktien und keine Lokomotiven für Union Pacific.

Zu Beginn des Spieles erhält jeder Spieler drei Schienenkarten und fünf Aktien - vier zufällig ausgewählte der zehn regulären Gesellschaften und eine von Union Pacific. Die Schienenkarten weisen immer entweder eine der vier verschiedenen Streckentypen oder jedoch alle auf. Sie werden benötigt um Lokomotiven der Gesellschaften einsetzen zu können. In die restlichen Aktien werden nach einem bestimmten Schema insgesamt vier Prämienkarten eingemischt. Wird im Laufe des Spieles eine solche Prämienkarte aufgedeckt so erfolgt sofort eine Gewinnausschüttung. Das aufdecken der letzten bewirkt das sofortige Spielende gefolgt von einer letzten Prämienausschüttung.

Ist ein Spieler an der Reihe so kann er sich zwischen dem Ausbau der Strecken oder der Investition in eine Gesellschaft entscheiden. Für das Ausbauen der Strecke muß eine passende Schienenkarte abgelegt werden, danach kann eine Lokomotive der gewünschten Gesellschaft eingesetzt werden. Als Belohnung kann der Spieler nun entweder eine von vier immer aufgedeckten Aktien, eine vom Aktienstapel oder eine vom Stapel der Union-Pacific-Aktien nehmen. Beim Investieren legt der Spieler Aktien offen vor sich auf dem Tisch aus. Er kann dabei entweder jeweils eine Aktie von zwei unterschiedlichen Gesellschaften oder beliebig viele von einer ablegen. Nur ausliegende Aktien zählen bei den Gewinnausschüttungen.

Bei den Gewinnausschüttungen ergibt sich der aktuelle Wert einer Gesellschaft aus der Anzahl der bereits auf dem Spielfeld befindlichen Lokomotiven plus dem Heimatbahnhof multipliziert mit 1.000.000. Der Spieler mit den meisten ausgespielten Karten der Gesellschaft ist Hauptaktionär, er bekommt den kompletten Wert ausbezahlt. Der Spieler mit den zweitmeisten Aktien ist Nebenaktionär, er bekommt den abgerundeten halben Wert der Gesellschaft. Besitzen mehrere Spieler gleich viele Aktien wird der Betrag entsprechend geteilt und abgerundet. Gibt es mehrere Hauptaktionäre wird der Betrag für Haupt- und Nebenaktionär addiert und ensprechend geteilt - einen Nebenaktionär gibt es in diesem Fall nicht. Auch wird so verfahren wenn ein Spieler der einzige Aktionär einer Gesellschaft ist. Die Prämien der Union Pacific-Aktien werden einer Tabelle im Regelheft entnommen.

Gewonnen hat, wer nach der vierten Gewinnausschüttung das meiste Geld verdient hat.

Mit Union Pacific ist Alan R. Moon (auch Autor des Spiel des Jahres 2004 "Zug um Zug") ein taktisches und recht spannendes Spiel gelungen. Natürlich werden die Spieler zuerst versuchen Eisenbahngesellschaften auszubauen von denen sie viele Aktien besitzen, jedoch sollte man sich im klaren sein das dadurch auch der Gewinn für andere Investoren steigt. Vor allem große Gesellschaften ziehen so "Trittbrettfahrer" an, die auch ein Stück vom großen Kuchen haben wollen. Oftmals gilt es abzuwägen ob nicht das Streuen der Aktien auf viele Gesellschaften ertragreicher ist. Ein wichtiger Spannungsfaktor sind bei diesem Spiel die nicht kalkulierbaren Gewinnauschüttungen. So steht der Spieler immer vor der Gewissensfrage seine Gesellschaft größer und damit wertvoller zu machen oder aber sicherheitshalber erst mal Aktien auszuspielen um überhaupt bei Gewinnausschüttungen beteiligt zu sein. Ein Lob gehört auch dem gut durchdachten Kunststoffeinsatz der Spielbox. Neben der Möglichkeit die vielen Lokomotiven wirklich getrennt aufzubewaren und zu transportieren, dient ein Teil auch als kofortable Ablage für das Geld während dem Spiels. Union Pacific verliert auch nach wiederholtem Spielen seien Reiz nicht und macht vor allem mit fünf bis sechs Spielern Spaß. Ich kann das Spiel absolut empfehlen.