Das Verrückte Labyrinth (Ravensburger)


von Waldfee

Von Ravensburger für 2-4 Spieler ab 8 Jahren
Autor: Max J. Kobbert Design: Herbert Lentz
Wer schiebt, der hats - Geister und Schatz!

In einem verwunschenen Labyrinth versuchen die Spieler auf sich ständig verändernden Wegen bestimmte Schätze zu finden und am Ende als Erster wieder herauszufinden!

Das quadratische Spielbrett besteht aus 7 x 7 Reihen mit Gänge-Karten aus bunten Papp-Plättchen. Das Brett ist jedoch nicht statisch und die zweite, vierte und sechste Reihe kann von allen Spielern für ihre Zwecke verschoben werden. Geschoben - also ver-rückt - wird ganz einfach. Die 34 Gängekarten werden beim Aufbau zwischen die teils statischen Gängefelder des Spielfelds gelegt und ein überzähliges Teil wird an der Seite eingeschoben, wodurch eine andere Karte an der gegenüberliegenden Seite des Spielplans herausfällt. Alles, was dazwischen liegt, wird dabei verändert. So ergeben sich immer neue, unerwartete Kombinationen und ein schnelles Umdenken kann erforderlich werden. Das verrückte Labyrinth ist einer der ganz bekannten Spieleklassiker. Nicht zuletzt liegt das an den einfachen Regeln, die dennoch ein trickreiches Spiel ermöglichen.

Zunächst werden 24 Spielkarten mit Gegenständen (Tiere, Schätze und magische Utensilien) gleichmäßig an die Spieler verdeckt verteilt (jeder bekommt 6 Karten, bei 3 oder 2 Spielern kommt der Rest in die Box zurück). Das sind die Aufgabenkarten, von denen sich die Spieler immer nur jeweils die oberste ansehen dürfen. Nun heißt es, auf dem Brett mit seiner Spielfigur zu dem Feld zu gelangen, das die entsprechende Abbildung der Aufgabenkarte zeigt. Gelingt das, darf man die Aufgabenkarte aufdecken und sich die nächste verdeckte des eigenen Stapels ansehen, um erneut eine Position auf dem Spielbrett anzupeilen. Allerdings muss zuerst die Gängekarte ins Spielbrett geschoben werden. Dann erst darf man mit seiner Figur vom Ausgangspunkt starten und den verschlungenen Weg bis zur vorteilhaftesten Position beschreiten, oder soweit wie es bei der gerade gültigen Gangarchitektur möglich ist. Schnell sind Verbindungen, die gerade noch da sind, nach dem Verrücken der Gänge - auch durch andere Spieler - wieder verschwunden.
Hat man also endlich das Symbol seiner Begierde erreicht, legt man diese Aufgabenkarte offen ab, andernfalls muss man auf der gewählten Position ausharren und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Wiederum muss zu Beginn des Zuges mit dem Gängefeld ein Teil vom Brett geschoben werden. Da die Gängefelder Geraden, Ecken oder T-Formen zeigen, ist der Weg oft nicht genau planbar. Man weiß ja nie, welches Gangteil für einen am Rand bereitliegt, wenn man an der Reihe ist. Um die anderen Mitspieler am schnellen Vorankommen zu hindern, ist es manchmal notwendig, einen anderen als den leichtesten Weg zu legen. Dabei sollte natürlich noch auf die eigene Aufgabenkarte geachtet werden.
Da ein Zug nicht rückgängig gemacht werden darf, kann man einem Mitspieler den Zug vermasseln, indem man das gegenüber liegende, vermutlich günstige Spielfeld- Teil vom Brett schiebt. Der nächste Mitspieler darf dieses nicht an gleicher Stelle wieder zurückschieben, um "sein" Gangsystem wiederherzustellen, sondern muss es an einem neuen Eingang des Labyrinths einsetzen. So können auch Spielfiguren auf Randkarten schnell mal aus dem Labyrinth fallen, wonach sie auf der anderen Seite des Labyrinths wieder eingesetzt werden müssen. Das trifft nicht immer auf Beifall bei den Mitspielern.

Eine Mischung aus Planung, Bluff und Glück ist erforderlich, um als erster alle seine Aufgabenkarten ablegen und das Spiel gewinnen zu können. Die Mitspieler werden meistens darauf achten, das Ziel der anderen Spieler zu erraten und durch wiederholtes Verschieben der Labyrinthgänge das Erreichen dieser Zielpunkte zu erschweren. Daher ist es sinnvoll, die Mitspieler über das eigene Zielkärtchen möglichst lange im Unklaren zu lassen. Dann muss man "nur" noch an seinen Ausgangspunkt zurück und kann das Spiel für sich entscheiden.

Die Formel des Erfolges für die inzwischen zahlreichen Labyrinth-Spiele bringt Autor Max J. Kobbert auf die einfache Formel: "Was ist schöner, als einen Weg zu finden, der unmöglich schien?" Vielleicht ist es genau das: Die Einfachheit der Regeln und das Tüfteln, das notwendig ist, um die Gänge zu verschieben. Das Labyrinth ist mit minimalen Regeleinsatz zu einem Klassiker geworden, denn mit einfachen Regeln entwickelt sich ein durchaus interessantes Spiel, das durch den Verschiebemechanismus eine eigene Note bekommt. Für Freunde anspruchsvoller Spiele oder taktischer Epen ist das verrückte Labyrinth eher zu simpel, aber als leicht erlernbares und kurzes Familienspiel (Spieldauer 20-40 Minuten) ist es uneingeschränkt zu empfehlen.

Für die Fortgeschrittenen unter uns gibt es da immerhin noch das LABYRINTH DER MEISTER. Es ist rundum gelungen und erhielt 1991 verdient die Auszeichnung Sonderpreis Schönes Spiel.